Lumia 640

Lumia 640

Wie schon in meiner Gesamtbewertung meines Lumia 830 zu lesen war, habe ich mir nach dem Defekt von dessen Display für den avisierten Reparaturpreis lieber gleich das Lumia 640 als Ersatzgerät neu zugelegt. Dieses will ich dann hier auch mal komplett bewerten.

Mittelprächtig

Meine Zufriedenheit mit dem Lumia 640 würde ich mittelprächtig nennen. Das größte Manko dieses Gerätes im direkten Vergleich sowohl zum Lumia 830 als auch zu meinem noch älteren Lumia 635 ist der recht unempfindliche Touchscreen.

Geduldsprobe

Das Tippen langer Texte in Office oder OneNote (ich schreibe gerade auch diese Bewertung damit), ist eine echte Geduldsprobe. Regelmäßig werden Eingaben nicht erkannt. Dabei spüre ich in meinem „schreibenden“ Finger deutlich die Berührung des Displays. Dennoch werden Buchstaben oft erst im zweiten Anlauf erkannt. Auf dem Lumia 830 und dem Lumia 635 war das nie ein Problem und auch auf meinem früheren Samsung nicht. Es ist also nicht so, dass ich im Schreiben auf einem Touchscreen unerfahren wäre.

Hübsch bunt

Davon mal abgesehen lässt sich mit dem Gerät gut arbeiten. Sowohl privat, wofür ich es hauptsächlich nutze, als auch beruflich. Das Gerät liegt gut in der Hand und ist mit gerade mit den bunten Covern ein echter Hingucker.

Die unscheinbar wirkende Hauptkamera liefert erstaunlich gute Bilder, gerade auch bei wenig Licht. Und die Funktion „lebendige Aufnahmen“ ist wirklich empfehlenswert. Leider gibt es derzeit noch keine gute HDR-App für die Kamera.

Nur bedingt für Selfies

Die kleine Nebenkamera reicht für Skype völlig aus. Für gute Selfies würde ich dagegen eher die Hauptkamera verwenden, was dank der App „Lumia Selfie“ mit Aufnahmen auf Zuruf bzw. via Gesichtserkennung überhaupt kein Problem ist.

Die meisten anderen Mankos die mir bei der Verwendung auffallen, sind nicht Geräte-spezifisch, sondern allgemeiner Windows Phone Natur. Dazu zählt etwa, dass man Here Offline Maps nicht auf SD-Karte installieren kann, was gerade bei den nur 8GB Gerätespeicher des 640 rasch zu einer gewissen Knappheit an internem Speicher führt.

Kein Wunschzettel

Auch das Fehlen eines Wunschzettels wie in Googles Play Store im Microsoft Store zählt dazu. Man kann nicht wie im Play Store mobil nach neuen Apps oder Spielen suchen und auf einem Wunschzettel speichern, um sie später daheim per WLAN zu laden.

Für mich ist das jetzt nicht so das Problem. Mit LTE und 4GB monatlichem Volumen, kann ich es mir leisten, mal ein Spiel von 50+MB über die mobile Datenverbindung zu saugen. Aber für Nutzer von Prepaid-Tarifen, die oft nur HSDPA oder GPRS Verbindung und meist nur 200MB monatliches Volumen haben ist das schon blöd. Und da Microsoft mit den günstigen Lumia-Modellen offensichtlich auf dieses Marktsegment zielt, sollte man schon für die Belange dieser Kundschaft offen sein.

Nur bedingt für Fotos

Was mich persönlich als jemand der viel mit dem Lumia fotografiert stört, ist, dass die hauseigenen Kamera-Apps keinen HDR Modi anbieten. Third Party Lösungen sind im Store ziemlich rar und taugen alle nicht viel.

Built-in HDR zusammen mit den sehr guten Kameras der Lumias wäre ein echtes Kaufargument für viele die gern auch mit dem Handy Fotos machen.

Fazit

Ein solides und relativ preiswertes Smartphone, welches sich sehr gut für den Einstieg in Windows Phone eignet. Es bietet für recht kleines Geld ein gutes, großes Display und eine gute Kamera und eignet sich sowohl für den privaten wie auch den beruflichen Gebrauch.

Sein größtes Manko ist die Bildschirmtastatur, die etwas unempfindlich und mitunter etwas unpräzise arbeitet.

Zubehör empfohlen

Für gutes arbeiten sollte man in jedem Fall gleich eine SD-Karte mit kaufen und die Apps auf diese installieren bzw. verschieben.

Für guten Schutz empfiehlt sich das Originale Flipcase, welches es auch farbig gibt.

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