Zoom Erlebniswelt

Zoom Erlebniswelt (Zoo Gelsenkirchen)

Ein weiterer Ort aus der Rubrik RuhrTopCard ist die Zoom Erlebniswelt. Und auch ein weiterer Ort aus der Rubrik „Einen Besuch wert, Aber:“.

Im ersten Augenblick war der Preis von 19,50 EUR pro Erwachsenem ziemlich happig. Kinder zahlen laut Preisliste im Internet zwischen 12,50 und 14,50 EUR. Auf den ersten Blick auch nicht gerade ein Schnäppchen. Zum Glück bin ich für mein erstes Mal mit der RuhrTopCard hier und zahle gar nichts.

Familien gerne, aber nur auf Dauer

Direkt negativ fällt an den Kassen auf, dass es für verschiedene Arten von Gruppen gewisse Ermäßigungen gibt, man aber für Familien nur eine Familiendauerkarte für 149,- EUR anbietet. Familientageskarten sucht man vergebens. Zu dem Eintrittspreis kommen bei Anreise mit dem Pkw noch 3,50 EUR, damit man auch vom Parkplatz wieder runter darf.

Nichts für Behinderte

Ganz mies: Besucher mit Behinderungen zahlen den normalen Eintrittspreis. Lediglich die Begeleitperson erhält freien Eintritt, wenn denn ein „B“ im Behindertenausweis eingetragen ist. Hunde, denen man nichts zu bieten hat, denen im Gegenteil noch der Zugang in die Durchgangsgehege und die Shops verwehrt bleibt und die man auch nirgendwo anbinden darf, dürfen auch noch mal 5,50 Euro zahlen – na ja, ihre Herrchen und Frauchen halt.

Hoher Preis ist relativ

Wenn man also ohne eine RuhrTopCard hierher kommt und sich nach dem kleinen Eintrittspreis-Schock auf den Weg durch den Zoo macht, scheint sich der hohe Eintrittspreis ein wenig zu relativieren. Es stechen einem hier zumindest halbwegs Artgerechte Gehege neueren Datums ins Auge, die oft mit viel Liebe fürs Detail gestaltet wurden. Die meisten Gehege bieten mehrere Einsichtspunkte, meist in Form von Glasscheiben. Man ist also nicht auf einen Einblick ins Gehege fixiert und hat gute Chancen mehr als nur Gras zu sehen.

Schlechte Wartung

Was an vielen dieser Einsichtspunkte allerdings negativ auffällt, ist, dass die Glasscheiben an vielen Stellen sehr zerkratzt oder schon deutlich blind sind. Wenn man dabei bedenkt, dass sie in der Erlebniswelt Asien weniger als 5 Jahre alt sind, wird man in Kürze dadurch wahrscheinlich gar nichts mehr sehen.

Rundwege

Im Gegensatz zu anderen Zoos, wo man nach belieben, von Gehege zu Gehege gehen kann, auch kreuz und quer, führen im Zoom hauptsächlich Rundwege durch die Erlebniswelten, die man nur teilweise abkürzen kann. Diese Rundwege sind, wie die Gehege auf Natürlichkeit getrimmt und nur selten gepflastert oder asphaltiert. Sie sind schön anzusehen, bergen aber mit Wurzeln, heraus stehenden „Felsen“ oder kleineren Schlaglöchern manch böse Stolpergefahr und machen etwa das Schieben eines Rollstuhls oder Kinderwagens nicht unbedngt zu einem Vergnügen. Bei gutem Wetter und Sonnenschein sind sie recht staubig, vor allem in Afrika – bei Regen vermutlich eine Schlammschlacht.

Reichlich Spielplätze

Trotz fehlender Abkürzungen und langer Wege – Alaska auf dem Rundweg, mit normalem Tempo und durchschnittlicher Verweildauer an den Gehegen, rund 2 Stunden Fußmarsch – sieht man auffallend wenig quengelnde Kinder. Denn Spielplätze gibt es reichlich in der Zoom Erlebniswelt. Und viele einfallsreiche dazu. Da könnten sich andere Zoos mal eine Ecke von abschneiden.

Asien erscheint unfertig

Die Welten Alaska und Afrika sind den Besuch durchaus wert. Asien dagegen vermittelt mir zumindest den Eindruck, nicht ganz zu Ende gedacht zu sein. Man hat das Gefühl, man habe Asien einfach fertig stellen wollen. Klar, die meisten Gehege auch der anderen Welten sind groß und relativ dünn besetzt. Aber in Asien hat man schon das Gefühl, dort wesentlich weniger fürs Geld zu bekommen. Aber vielleicht ist man, je nach dem wie rum man läuft, von Alaska und Afrika einfach etwas zu verwöhnt.

Fazit

Die schlechten Wege und matten Scheiben, die hohen Preise, fehlende Rabatte für Behinderte und eine fehlende Familien-Tageskarte machen diesen Zoo nicht gerade zu einer Top-Empfehlung, aber dennoch zu einer Empfehlung.

Geografische Lage

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