Zeche Zollverein Essen

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein

Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer einer RuhrTopCar. Und die will nun erst mal getestet und vor allem auch benutzt sein, damit sie sich rechnet.

Erstes Testobjekt, die Zeche Zollverein und das Ruhrmuseum in Essen. Zur RuhrTopCard muss ich an dieser Stelle sagen: Tolle Sache. Die werde ich mir gewiss abonnieren.

Zur Zeche Zollverein und dem Ruhrmuseum allerdings, fällt meine Beurteilung doch einiges schlechter aus.

Alles interessante kostet extra

Im Prinzip ist Zollverein eine einzige Geldschneiderei. Alles was irgendwie interessant sein könnte, kostet den Besucher Geld. Zollverein ist sicherlich einen Besuch wert. Na ja eigentlich ist es mehrere Besuche wert. Denn es ist ein Ding der Unmöglichkeit alles auf einmal zu sehen. Allerdings sind gerade die mehrfachen Besuche eine recht teure Sache. Denn so ziemlich alles was irgendwie interessant sein könnte, kostet einen Eintritt. Und egal welchen Bereich man auch betritt, dass erste was passiert ist, dass ein Mitarbeiter von Zollverein angesprungen kommt, mit den Worten „darf ich mal ihr Ticket sehen“.

Ticket hier Ticket da

Allein im Portal der Industriekultur habe ich diesen Spruch drei Mal zu hören bekommen. Drei Mal in weniger als 20 Minuten. Die Aussicht vom Dach kostet extra. Die Animationen in der Kohlenwäsche, die bestimmte Abläufe überhaupt erst veranschaulichen und aus einem Haufen fauligem Stahl eine begreifbare Maschine machen gibt es nur während der Führungen zu sehen. Wer also für teuer Geld auf eigene Faust durch Zollverein geht, sieht einen Berg rostigen und schwarz verstaubten Stahls, erfährt aber so gut wie nichts über dessen einstige Funktion. Dafür darf man sich dann einer Führung anschließen – natürlich jeweils gegen Aufpreis.

Ruhrtopcard

An dieser Stelle ist die RuhrTopCard eine halbwegs feine Sache. Zumindestens ein Mal kommt man mit dieser in alle Ausstellungen für lau rein. Die Aussicht vom Dach kostet aber trotzdem extra. Und für einen mehrfachen Besuch im gleichen Jahr disqualifiziert sich dann auch die RuhrTopCard. Denn auch damit ist es nur ein Mal für lau.

Fotografieren schwer gemacht

Wer dafür denkt, er könne Eindrücke in Form von Fotos mit nach Hause nehmen, der irrt. In den meisten Ausstellungen sind die Lichtverhältnisse rund um interessante Objekte so schlecht, dass sich da ohne Blitz oder Stativ nichts gescheites machen lässt. Nur: Blitz ist verboten. Und Stativ bedarf vorab einer Sonergenehmigung – in der Regel auch gegen gehörigen Aufpreis. Oder man schließt sich ebenso teures Geld einer speziellen Fotoführung an. Doch im Gegensatz zu den öffentlichen Führungen sind diese nichts für spontan. Denn man darf diese auch noch länger im vorraus bestellen.

Große Kamera von Vorteil

Bei alles was sich in Vitrinen, sprich hinter Glas befindet, ist es so, dass diese gleich von mehreren Strahlern aus unterschiedlichen Winkeln angestrahlt werden – man hat immer die grelle Spiegelung von irgendeinen Strahler mit im Bild. Einzige Abhilfe: Polfilter. Aber welche einfachere Kamera hat schon einen solchen. Da ist nur der im Vorteil, der eine ausgewachsene Kamera sein eigen nennt. Aber auch der wird bald das Blitz- und Stativverbot verfluchen.

Verpflegung mitnehmen

In jedem Fall aber sollte man, wenn man Zollverein besucht einen Rucksack voll eigener Verpflegung mitnehmen. Denn gerade wenn man als Familie auf die Gastronomie von Zollverein angewiesen sein sollte, ist man nach dem Besuch arm. Egal ob man ins Restaurant geht oder einen der Imbiss-Wagen bemüht. Preiswert ist irgendwie völlig anders.

Fazit

Zollverein ist in vielen Punkten ein gutes Beispiel dafür, wie man Museum nicht machen sollte. Trotzdem sollte man Zollverein mal gesehen haben. Denn die Architektur, die Gebäude und Maschinen aber auch die neuerlichen Installationen sind wirklich sehenswert. Schade ist, dass sie so schlecht und teuer an den Besucher gebracht werden sollen.

Geografische Lage

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