Beyenburger Stausee

Der Beyenburger Stausee

Der Beyenburger Stausee ist eine der kleinsten Talsperren im Bergischen Land. Ursprünglich als knapp 72.000 Kubikmeter fassender Ausgleichsweiher für die Wupper Ende des 19. Jahrhunderts angelegt, wurde er Anfang der 1950er Jahre vom Wupperverband(1) zum vollwertigen Stausee und auf seine heutige Größe von knapp über 460.000 Kubikmetern ausgebaut.

Wissenswertes

Der „L“-förmige Stausee hat heute eine Länge von rund 1100 Meter, bei einer Breite von bis zu 140 Metern. An der knapp 60 Meter breiten Betonstaumauer ist er knappe 7 Meter tief. Wobei sich die Tiefe zunehmend verringert. Durch von der Wupper mitgebrachte Sedimente verlandet er langsam und macht ein regelmäßiges Entfernen der Sedimente erforderlich. Zudem hat er häufig ein starkes Wachstum der sog. Wasserpest (Elodea) zu verzeichnen, dass regelmäßige Mäharbeiten erforderlich macht und damit den Wassersport ab und an einschränkt.

Geschichte

Der ursprüngliche Ausgleichsweiher Beyenburg wurde von der Vorgängerorganisation des heutigen Wupperverbandes, der Wupper-Thalsperrengenossenschaft, zwischen 1898 und 1900 angelegt. In den Jahren 1950 bis 1953 wurde dieser, für die Aufgabe des Hochwasserschutzes zu klein gewordene, Ausgleichsweiher durch den Beyenburger Stausee in seiner heutigen Bauform ersetzt und 1954 in Betrieb genommen.

Mit der Fertigstellung der oberhalb gelegenen Wuppertalsperre 1987, trat die Hochwasserschutz-Funktion in den Hintergrund. Seither wird der Beyenburger Stausee hauptsächlich für Freizeitaktivitäten und über eine Wasserkraftanlage zur regenerativen Energiegewinnung genutzt.

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde die Stauanlage grundlegend saniert, auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und mit einem Fischaufstieg versehen.

Technische Daten

Der Beyenburger Stausee(2) wird von einer überströmbaren Schwergewichtsstaumauer aufgestaut. Diese Mauer ist insgesamt etwa 120 Meter, der überströmbare Teil davon etwa 60 Meter, lang und runde 9 Meter hoch. Sie staut die Wupper bei Vollstau auf 465.000 m³ Volumen und eine Wasserfläche von etwa 15,5 ha auf. Die Regulierung des Wasserstandes erfolgt über die moderne Wehranlage, sowie über den Grundablass.

Gespeist wird der Stausee neben der durch ihn aufgestauten Wupper von den Bächen Hengstener Bach, Hofsiepen, Stoffelsberger Bach, Remlingrader Bach, Spreeler Bach und Pastoratshofer Bach.

Geografische Lage

Der Stausee befindet sich am östlichen Ortsrand des Wuppertaler Ortsteils Beyenburg(3) und grenzt im Südosten an Radevormwald. Er liegt direkt an der Landstraße L414.

Die geografischen Koordinaten des Damms (Betriebshaus am Wehr) sind:
Am Obergraben 1
42399 Wuppertal
51.249297 N, 7.299817 E
Mapcode: DEU.880.4X1

Nutzung

Die ursprüngliche Nutzung als Hochwasserschutz-Anlage ist inzwischen in den Hintergrund getreten. Teilweise erfüllt der Beyenburger Stausee heute noch die Aufgabe der Niedrigwasseraufhöhung der Wupper. Ansonsten ist er inzwischen ein beliebtes Ausflugsziel und teilweise ein Freizeitgewässer.

Freizeit

Die Möglichkeiten der Freizeitaktivitäten am Beyenburger Stausee sind recht vielfältig. Mit Blick auf den Wassersport erfreut sich der Stausee bereits seit Jahrzehnten bei Kanuten großer Beliebtheit. Seit jüngerer Zeit gibt es auch regelmäßig ein Drachenbootfestival. Außerdem kann man hier natürlich angeln.

Vom Wassersport abgesehen erfreut sich der Beyenburger Stausee vor allem bei Spaziergängern, bei Radfahrern und teils auch Inline-Skatern, sowie bei Wanderern großer Beliebtheit. Mit dem Wuppertaler Rundweg, dem Wupperweg, dem Residenzweg, dem Wappenweg, einer Route des westfälisch-rheinischen Jakobsweges und einem Abschnitt der Straße der Arbeit führen gleich sechs Wanderwege an seinem Ufer entlang.

Angeln

Das Angeln ist am Beyenburger Stausee sowohl vom Ufer aus, als auch teilweise vom Boot aus möglich. Die Artenvielfalt ist recht groß. Es finden sich Aal und Äsche, Bach-, Meer- und Regenbogenforelle, Gründling, Hecht, Zander, Karpfen und noch einige Arten mehr im Stausse und den oberhalb gelegenen Abschnitten der Wupper, die mit zum Fischereigebiet des BFV 1889 e.V.(4) gehören, welcher das Gewässer pflegt und die entsprechenden Tageskarten vergibt.

Der BFV hat sein Anglerheim recht versteckt am Radevormwalder Ufer des Stausees. Schön gelegen, doch obwohl eigentlich zu Radevormwald gehörend, mit dem Auto nur von Wuppertal aus auf Wegen erreichbar, die den Eindruck erwecken, hinter der nächsten Biegung warte das Ende der Welt.

Baden

Offiziell ist der Stausee zwar kein Badegewässer. Aber das hält die Einheimischen und vor allem die Jugendlichen nicht davon ab, hier im Sommer baden und schwimmen zu gehen und von den beiden, über den Stausee führenden Straßen- und Eisenbahnbrücken in den See zu springen, was nicht ungefährlich und daher offiziell auch verboten ist. Der Stausee ist nicht sonderlich tief und er verlandet zunehmend.

Boote

Der Stausee ist Hausgewässer mehrerer Wassersportvereine(5-7), die dieses Gewässer für den Kanu- und Rudersport nutzen. Seit jüngerer Zeit gibt es auch regelmäßig ein Drachenbootfestival. Die Benutzung mit größeren Booten, etwa Segelbooten ist nicht möglich.

Ferner bietet sich der Stausee insbesondere, wenn er nicht von Schwimmern und Kanuten bzw. Ruderern genutzt wird, für Modellboote an. Der lange, nahezu gerade, Schenkel des Stausees mit einer Länge von rund 900 Metern und einer Breite zwischen 30 und 90 Metern bietet reichlich Platz, um auch mal mit schnelleren RC-Booten (nur Elektro) richtig Gas zu geben.

Eislaufen

Da der Beyenburger Stausee wie eine Talsperre funktioniert und auch so betrieben wird und der Wasserstand somit nichts fix ist, sondern wie bei allen Talsperren auch im Winter Schwankungen unterliegt, ist das Eislaufen auf dem Stausee ebenso wie auf jeder anderen Talsperre Lebensgefährlich und folglich verboten.

Hunde

Hunde sind am Stausee prinzipiell kein Problem, sollten aber mit Rücksicht auf andere Spaziergänger an der Leine geführt werden. Ob das schwimmen lassen von Hunden im Stausee offiziell erlaubt ist, ist mir nicht bekannt. Allerdings wird es bisweilen, abseits von Schwimmern und Booten, insbesondere im Bereich des Zulaufs, geduldet.

Inliner

Die Wege, die um den Großteil des Stausees führen sind durchgängig asphaltiert und weitgehend eben. Zudem herrscht hier nur recht wenig Verkehr. Von daher bieten sie sich auf für Inlineskater durchaus an.

An den Brücken am nördlichen Ende des Sees ist vom Uferweg aus allerdings ein kurzer Treppenaufstieg (etwa 15 Stufen) und ein etwa 100 Meter langer Weg über den gemeinsamen Rad- und Fußweg der doch stärker befahrenen L414 erforderlich um den See vollständig umrunden zu können.

Zurzeit (Sommer 2015) ist durch die Sperrung der Brücke am Zulauf des Stausees eine vollständige Umrundung des Sees allerdings nicht möglich.

Wandern

Wie oben schon geschrieben, ist der Weg unmittelbar um den Stausee eben und befestigt – und derzeit durch die Brückensperrung nicht vollständig möglich. Damit bietet sich dieser Weg vor allem für „Sonntagswanderer“, sprich Spaziergänger an.

Der Weg am südwestlichen Ufer ist durchgängig barrierefrei und nur wenig befahren. Er eignet sich somit auch für Rolli-Fahrer.

Wer es gerne etwas anspruchsvoller mag und nicht nur auf Asphalt laufen will, findet unter (8) zwei interessante, erweiterte Rundwege am Beyenburger Stausee, die mehrere rund um Beyenburg gelegene Wanderwege zu zwei interessanten Runden kombinieren.

Anreise

Die Anreise zum Beyenburger Stausee gestaltet sich sowohl regional als auch überregional, mit Auto und Motorrad ebenso wie mit dem ÖPNV recht einfach und ist im Folgenden genauer beschrieben.

Auto und Motorrad

Autobahn A1

Überregional erreicht man den Beyenburger Stausee aus Richtung Dortmund und Köln am besten über die Autobahn A1, Anschlussstelle 94 „Wuppertal-Ronsdorf“. Nach Verlassen der Autobahn biegt man hier aus Richtung Köln kommen rechts, aus Richtung Dortmund kommend links auf die Landstraße L58 ab in Richtung Wuppertal ab und folgt der L58 für ca. 3,5km.

Anschließend biegt man rechts Richtung Wuppertal-Beyenburg / Radevormwald und nach Unterquerung der Autobahnbrücke links Richtung Wuppertal-Beyenburg / Radevormwald auf die Landstraße L527 ab. Ab dem Ortseingang Wuppertal Beyenburg ist der Stausee ausgeschildert.

Autobahn A43

Aus Richtung Bochum / Recklinghausen fährt man am besten über die Autobahn A43 Richtung Wuppertal bis zu deren Ende im Autobahnkreuz Wuppertal-Nord, dort auf die Autobahn A1 Richtung Köln und weiter nach obiger Beschreibung.

Autobahn A46

Von Düsseldorf / Neuss kommend fährt man am besten auf die Autobahn A46 Richtung Wuppertal bis zu deren Ende im Autobahnkreuz Wuppertal-Nord, dort auf die Autobahn A1 Richtung Köln und dann weiter wie unter Autobahn A1 beschrieben.

Autobahn A45

Aus Richtung Frankfurt/M kommend fährt man die Autobahn A45 Richtung Dortmund bis zur Anschlussstelle 14 Lüdenscheid, dort rechts auf die Brunsheider Straße L655, am Ende der L655 auf die Werdohler Landstraße L691 und nach 800 Metern rechts auf die Bräukenstraße B229 Richtung Radevormwald, Remscheid.

Man fährt die B229 komplett durch Radevormwald durch und biegt unmittelbar am Ortsausgang, an der großen Ampelkreuzung, nach rechts auf die Landstraße L81 ab. Nach etwa 1,5km weiter geradeaus auf die Landstraße L 414. Nach etwa 7km überquert die L414 den Beyenburger Stausee. Unmittelbar danach biegt man rechts ab in die Straße „Am Wuppertsollen“. Ab hier ist der Stausee ausgeschildert.

ÖPNV

Die etwa 100 Meter vom Stausee aus entfernte Bushaltestelle „Wuppertal-Beyenburg Mitte“ ist mit den Buslinien 616 (Wuppertal-Oberbarmen Bf. – Wuppertal-Beyenburg), 626 (Wuppertal-Oberbarmen Bf. – Radevormwald Busbf.), 669 (Remscheid Grenzwall Schleife – Wuppertal-Beyenburg Mitte) und dem Nachtexpress NE 8 zu erreichen.

Umgebung

Auch die Umgebung des Beyenburger Stausees hat einiges zu bieten.

Interessant

Als besonders interessant zu nennen sind hier vor allem das Beyenburger Kloster(9) und eine wunderschöne, mit viele Liebe zum Detail gestaltete, kleine, private Kapelle(10), die sich an der Straße „Uellebecke“ knapp unterhalb des Damms befindet.

Museen

Wuppertal hat mit dem Museum auf der Hardt(11), dem Kindermuseum(12), dem Skulpturenpark Waldfrieden(13) und vor allem natürlich mit dem Von-der-Heydt Museum(14) einige interessante Museen zu bieten, von denen sich allerdings keine in Beyenburg selbst befindet.

In Radevormwald wäre etwa 4km oberhalb des Stausees das Wülfingmuseum(15), ein Textilmuseum zu nennen. Außerdem bietet der Förderverein Wupperschiene e.V.(16) in Radevormwald-Dahlhausen regelmäßig Fahrten mit der Fahrraddraisine zwischen Radevormwald-Dahlhausen und dem Beyenburger Stausee auf einem Teilabschnitt der ehemaligen Wuppertal-Bahn an.

Restaurants

In unmittelbarer Nähe zum Beyenburger Stausee liegen das Eiscafé „Cortina“, der Imbiss „Beyenburger Grillstübchen“ und das Landhaus Bilstein(17). Etwa 1,5km östlich des Stausees, an der Straße Richtung Schwelm wäre dann noch die „Hölzerne Klinke“(18) zu nennen.

Links

(1) http://www.wupperverband.de/
(2) http://www.wupperverband.de/internet/web.nsf/id/pa_de_stausee_beyenburg.html
(3) http://www.beyenburger.de/
(4) http://www.bfv1889ev.de/
(5) http://www.wv-ennepetal.de/
(6) http://www.wkc.info/
(7) http://www.vfk-wuppertal.de/
(8) http://www.wanderwege-nrw.de/wandern-in-nrw/bergisches-land/beyenburg-an-der-wupper.php
(9) http://foerderverein-kloster-beyenburg.de/
(10) http://www.derwesten.de/staedte/ennepetal/eine-erscheinung-fuehrt-zu-maria-im-schnee-id9630829.html
(11) http://www.vemission.org/museumarchive/museum-auf-der-hardt.html
(12) http://www.kindermuseum-wuppertal.de/
(13) http://skulpturenpark-waldfrieden.de/
(14) http://www.von-der-heydt-museum.de/
(15) http://www.wuelfing-museum.de/
(16) http://www.wupperschiene.eu/
(17) http://www.landhausbilstein.de/
(18) http://h-klinke.de/

Galerie

Alle Angaben ohne Gewähr. (c) 2016 André Schäfer

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