Ennepetalsperre

Die Ennepetalsperre

Zwischen Breckerfeld(1), Ennepetal(2), Radevormwald(3) und Schalksmühle(4) liegt die Ennepetalsperre(5). Ihren Namen verdankt sie ihrem Hauptzufluss, der Ennepe, nicht etwa der nahegelegenen Stadt Ennepetal. Sie ist inzwischen knapp über 110 Jahre alt und mit einem Stauinhalt von 12,6 Mio. Kubikmetern eine Talsperre von mittlerer Größe, bezogen auf die übrigen Talsperren der Region. Und sie ist eine reine Trinkwassertalsperre.

Wissenswertes

Die Ennepetalsperre war in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 eines der Ziele der britischen Militäroperation „Chastise“, welches die Zerstörung von sechs Talsperren zum Ziel hatte. Während die Edertalsperre und der Möhnesee zerstört werden konnten, schlug der Rollbomben-Angriff auf die Ennepetalsperre fehl.

Der Hauptzufluss zur Ennepetalsperre ist die Ennepe, welche weiter Flussabwärts, bei Hagen in die Volme mündet, einen Zufluss der Ruhr. Weitere größere Zuflüsse sind der Bosseler Bach, der Hoster Bach, der Borbach und die Umbecke. Diese fließen zusammen mit weiteren, kleineren, Zuflüssen über ein Vorbecken und sechs Seitenbecken, die vor allem Sedimente zurückhalten sollen, in die Ennepetalsperre.

Geschichte

Der Bau der Ennepetalsperre erfolgte in den Jahren 1902 bis 1904 nach dem Prinzip von Otto Intze. Die Staumauer ist eine bogenförmige Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk mit hohem Mörtelanteil und hat auf der Wasserseite den typischen „Intzekeil“. Zu ihrem Bau wurde sie mit einer eigenen Kleinbahnstrecke an den damaligen Radevormwalder Bahnhof und die dortige Wuppertalbahn angebunden.

Bereits fünf Jahre nach der Fertigstellung wurde die Staumauer der Ennepetalsperre in den Jahren 1909 bis 1912 um circa 10 Meter auf ihre heutige Höhe erhöht. Die Erhöhung der Staumauer brachte keine Vergrößerung des Stauinhalts, sondern schuf vor allem eine Verkehrsverbindung zwischen den beiden Talseiten, die im Wechselverkehr mit Pkw genutzt werden konnte.

Sanierung

In den Jahren 1997 bis 2007 wurde die Ennepetalsperre umfassend saniert. Im Rahmen dieser Sanierung erhielt sie unter anderem einen Kontrollgang. Dieser wurde mit einer Tunnelbohrmaschine in einem komplizierten Verfahren, entlang der Aufstandsfläche der Mauer auf dem Grundfelsen, zur einen Hälfte in die Mauer und zur anderen Hälfte in den Grundfelsen gebohrt. Kompliziert war dieses Verfahren deshalb, weil die TBM hierbei sowohl dem Talprofil als auch der Bogenform der Mauer folgen musste.

Infolge der Anlage des Kontrollganges wurde die Mauerkronen für den Kraftverkehr gesperrt. Bis dahin konnte man noch mit dem Pkw über die Mauer fahren und insbesondere auf dem Weg von Radevormwald nach Ennepetal beträchtlich Zeit und Strecke sparen.

Wasserkraft

Gegen Ende der Sanierungsmaßnahme wurde die Talsperre zudem mit einer Wasserkraftanlage nachgerüstet, deren Turbine mit einem maximalen Schluckvolumen von 1,4 Kubikmetern pro Sekunde, rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich erzeugt.

Technische Daten

Die Staumauer der Ennepetalsperre hat eine Höhe über dem Tal von rund 45 Metern, eine Kronenlänge von 320 Metern bei 4,5 Metern Breite und ein Volumen von 110.000 Kubikmetern. Sie staut die Ennepe und die übrigen Zuflüsse aus einem Einzugsgebiet von rund 48 Quadratkilometern auf 12,6 Mio. Kubikmetern und eine Wasserfläche von 103 ha auf.

Geografische Lage

Die Ennepetalsperre (Staumauer) liegt rund 5km nordöstlich von Radevormwald, rund 8km westlich von Schalksmühle und rund 7km südöstlich von Ennepetal. Zwar führen sowohl von Ennepetal / Schalksmühle als auch von Radevormwald aus Straßen zur Staumauer, jedoch darf an diesen im Bereich der Staumauer nicht geparkt werden. Die nächstgelegenen Parkmöglichkeiten sind auf beiden Seiten rund 1,5km von der Staumauer entfernt.

Nachfolgend die geografischen Koordinaten zu einigen Positionen nahe der Staumauer:
Zufahrt zur Staumauer auf Radevormwalder Seite
Ennepetalsperre 1
58339 Breckerfeld
51.241829 N, 7.407200 E
Mapcode: DEU.93H.NVC

Zufahrt zur Staumauer auf Breckerfelder Seite
L699
58339 Breckerfeld
51.243736 N, 7.412042 E
Mapcode: DEU.93H.J3Q

Parkmöglichkeit auf Radevormwalder Seite
Filde
42477 Radevormwald
51.243579 N, 7.393355 E
Mapcode: DEU.93G.K84

Parkmöglichkeit auf Breckerfelder Seite
Holthausen, L699
58339 Breckerfeld
51.241544 N, 7.420253 E
Mapcode: DEU.93J.L8W

Nutzung

Die Ennepetalsperre ist eine Trinkwassertalsperre. Sie dient ferner zum Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung der Ruhr und der Stromerzeugung.

Freizeit

Als Trinkwassertalsperre ist sie nahezu vollständig eingezäunt. Wassersport ist auf der Ennepetalsperre nicht möglich. Ebenso ist es nicht möglich, sie in Wassernähe vollständig zu umwandern. Die Freizeitaktivitäten an der Ennepetalsperre beschränken sich damit auf alles, was außerhalb des Wassers stattfindet.

Wandern

Drei regionale Wanderwege führen zur Ennepetalsperre, sowie teilweise an ihr entlang. Darüber hinaus weitere vier überregionale Wanderwege und Fernwanderwege.
Die Radevormwalder Rundwanderwege „A2“ und „A3“ führen vom Wanderparkplatz Radevormwald-Neuenhof, bzw. vom Stadtzentrum Radevormwald zum Zufluss der Ennepe in die Ennepetalsperre und wieder zurück.
Der Breckerfelder Rundwanderweg „A19“ führt vom Bahnhof Breckerfeld zur Ennepetalsperre, an dieser einen Teil des nordöstlichen Randes entlang und dann zum Ausgangspunkt zurück.

Eine Beschreibung der Strecken ist beim Sauerländischen Gebirgsverein(6) zu finden.

Inliner

Auf der Radevormwalder Seite der Ennepetalsperre führt eine etwa 3km lange, asphaltierte Straße den Westarm der Ennepetalsperre entlang von der Staumauer zur Ortschaft Radevormwald-Braake. Auf dieser Straße, sie ist eben und für den Kraftverkehr mit Ausnahme der Landwirtschaft gesperrt, die relativ nahe zum Ufer weitgehend durch den Wald verläuft, ist das Inlinern recht beliebt.

Allerdings besteht auch hier das Problem, dass man direkt an dieser Strecke parken kann. Parkmöglichkeit der Wahl ist Radevormwald-Filde, von wo aus man ca. 1,2km teils auch etwas steiler, kurvenreich bergab und auf dem Rückweg natürlich auch wieder bergauf muss.

Anreise

Auto und Motorrad

Überregional gelang man mit dem Auto oder Motorrad über die Autobahnen A1 Dortmund-Köln, A43 Recklinghausen-Wuppertal, A46 Düsseldorf-Wuppertal sowie A45 Frankfurt Dortmund zur Ennepetalsperre. Die Anfahrten zu den Parkmöglichkeiten in der Radevormwalder Ortschaft Filde gestaltet sich hierbei wie folgt:

Autobahn A1

Autobahn A1 aus Richtung Dortmund oder Köln bis zur Anschlussstelle 95a Remscheid-Lennep –  rechts auf die L58 Ringstraße Richtung Remscheid-Lennep bis Remscheid-Lennep Stadion – links auf die B229 Richtung Radevormwald, Lüdenscheid – komplett durch Radevormwald bis zur Radevormwalder Ortschaft „Grüne“ – links auf die Bundesstraße B483 Richtung Schwelm – 500 Meter nach der Ortschaft Radevormwald-Wellringrade (Flugplatz Leye) rechts auf die Kreisstraße K7 Richtung Wönkhausen / Filde – dann dieser Straße 3km folgen.

Autobahn A43 und A46

Autobahn A43 und A46 aus Richtung Bochum, Recklinghausen bzw. Neuss, Düsseldorf Richtung Wuppertal bis zum Autobahnkreuz Wuppertal-Nord. Hier auf die Autobahn A1 Richtung Köln und weiter wie unter Autobahn A1 beschrieben.

Autobahn A45

Autobahn A45 aus Richtung Dortmund oder Frankfurt bis zur Anschlussstelle 14 Lüdenscheid – rechts auf die Brunsheider Straße L655 – am Ende der L655 auf die Werdohler Landstraße L691 – nach 800 Metern rechts auf die Bräukenstraße B229 – nach 22km an der Ortschaft Radevormwald-Grüne rechts auf die Bundesstraße B483 Richtung Schwelm – 500 Meter nach der Ortschaft Radevormwald-Wellringrade (Flugplatz Leye) rechts auf die Kreisstraße K7 Richtung Wönkhausen / Filde – dann dieser Straße 3km folgen.

Navigationsfähige Adressen und Koordinaten, siehe oben, unter „Geografische Lage“.

ÖPNV

Ein ÖPNV zur Ennepetalsperre kann alles in allem als nicht existent angesehen werden. Auf der Breckerfelder Seite existiert zwar eine Bushaltestelle nahe der Ennepetalsperre mit gleichem Namen, aber die hier verkehrende Buslinie 570 ist nur ein etwas besserer Schulbus.

Auf der Radevormwalder Seite ist die der Staumauer nahegelegene Ortschaft „Filde“ zwar an den Bürgerbus(7) von Radevormwald angebunden. Aber dieser verkehrt hier nur mittwochs und fährt die Haltestelle Filde nur auf Wunsch bzw. nach vorheriger, telefonischer Anforderung und wenn, dann auch nur zu zwei Zeiten an.

Umgebung

Die Ennepetalsperre ist zwar recht weit ab vom Schuss, aber die Umgebung hat ja auch noch ein bisschen was zu bieten.

Interessant

Auf der Radevormwalder Seite liegt etwa 4km entfernt bei der Ortschaft Radevormwald-Wellringrade der Radevormwalder Sportflugplatz Leye(8). Ferner wären für Radevormwald das Heimatmuseum(9) und das Wülfingmuseum(10) zu nennen.

Auf der Breckerfelder Seite lohnt sich runde 10km entfernt auf jeden Fall ein Besuch des „Haus Ennepetal“(11) und der Kluterthöhle(12). Weiter zu nennen wären das Industriemuseum Ennepetal(13) und das Heimatmuseum Breckerfeld(14).

Restaurants

Restaurants gibt es in der Umgebung der Ennepetalsperre einige. Für mich persönlich besonders empfehlenswert sind dabei vor allem das „Landhaus Filde“(15), sowie die das Hotel-Restaurant „Zur Hufschmiede“(16) in Radevormwald, der „Landgasthof Burger Mühle“(17) in Ennepetal und das „Jägerheim“(18) in Breckerfeld.

Links

(1) Stadt Breckerfeld
(2) Stadt Ennepetal
(3) Stadt Radevormwald
(4) Stadt Schalksmühle
(5) Ruhrverband
(6) Wanderwege
(7) Bürgerbus Radevormwald Linie Hahnenberger
(8) Flugplatz Radevormwald
(9) Heimatmuseum Radevormwald
(10) Wülfingmuseum Radevormwald
(11) Haus Ennepetal
(12) Kluterthöhle Ennepetal
(13) Industrie Museum Ennepetal
(14) Heimatmuseum Breckerfeld
(15) Landhaus Filde
(16) Zur Hufschmiede
(17) Landgasthof Burger Mühle
(18) Zum Jägerheim Breckerfeld

Galerie

Alle Angaben ohne Gewähr. (c) 2016 André Schäfer

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