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1und1 – Das beste Netz

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Das beste Netz

Das beste Netz gibt es bei 1&1(1)? Dazu schnelles DSL zu besten Preisen? Ha, dass ich nicht lache. Leere Versprechungen gibt es bei 1&1, gepaart mit Idioten an der Hotline, die von Tuten und Blasen nicht die Spur einer Ahnung haben.

Wechsel?

Wir schreiben den Sommer 2014. Inzwischen bin ich mit meinem DSL-Anschluss rund 8 Jahre Kunde bei 1&1. Und bislang war ich zufrieden damit. Prinzipiell bin ich schon seit 10 Jahren mit meinem Internetanschluss hier. Schließlich gehört mein vorheriger Anbieter „GMX“ zum gleichen Konzern. Aber inzwischen denke ich über einen Wechsel nach.

Upstream

Mein Problem ist der Upstream. Ich mache inzwischen viel mit der Cloud. Dazu kommen meine Aktivitäten in verschiedenen Foto-Communitys wie Flickr. Kompaktkameras entwachsen, inzwischen meist mit der Digitalen Spiegelreflex unterwegs, sind die Fotos einiges größer geworden. Da ist ein lahmer Upload extrem von Nachteil.

Downstream

16 Mbit Downstream reichen mir an sich völlig. Bislang habe ich alles, was ich im Internet treibe, damit machen können. Aber nur 1Mbit Upstream ist mir inzwischen zu wenig. Andere Anbieter wie Unitymedia bieten mir mehr. Für fast das gleiche Geld. Bislang hat mich von einem Wechsel nur abgehalten, dass hier am Ort immer wieder von tagelangen Totalausfällen des Unitymedia-Internets zu lesen ist. Aber inzwischen überwiegt doch der Wunsch nach einem schnelleren Upload.

Schluss mit 1&1

Also Schluss mit 1&1. Den Vertrag zum Laufzeitende gekündigt, muss ich noch rund 9 Monate mit dem lahmen Upload aussitzen. Und kurz bevor der Vertrag dann im kommenden Frühjahr endet, werde ich mir bei Unitymedia eben einen neuen machen. Bis dahin haben die vielleicht auch noch bessere Angebote. Mal schauen.

Betteln

Dezember 2014. Das Vertragsende bei 1&1 rückt näher und in zunehmender Frequenz finden sich beinahe schon bettelnde E-Mails in meinem Postfach, ich möge doch meine Kündigung zurück nehmen. Einmalig 50,- EUR bietet man mir bislang dafür. Die beheben das Problem nicht, also uninteressant.

Einfach mal hören

Zur Monatsmitte hin reichen 1&1 E-Mails dann nicht mehr. Mehrfach klingelt das Telefon mit der 1&1-Hotline-Nummer im Display. Den vierten Anruf nehme ich Spaßeshalber mal an. Erstmal viel Bla bla von dem Typen am anderen Ende. Nach rund drei Minuten lässt er mich mal zu Wort kommen und ich erkläre ihm das Warum. Upload zu lahm, Wettbewerber bieten besseres. Der Hotline-Troll signalisiert Einsicht. Gespräch zu Ende.

Was Neues

Zwei Tage später wieder ein Anruf von 1&1. Das gleiche Spiel wie beim letzten Anruf. Viel Bla bla von 1&1, dann darf ich auch mal was sagen. Ich schildere mein Problem. Diesmal ist das Gespräch damit nicht zu Ende. Der Hotliner erzählt mir was von DSL-Ausbau in meiner Region. O.K. Dazu will ich mehr wissen.

Klingt interessant

Meine Region werde gerade auf VDSL50 ausgebaut, wäre ab Frühjahr 2015 verfügbar. Rund drei Mal schnellerer Downstream – interessiert mich eher wenig. Der sechs Mal schnellere Upstream dagegen interessiert mich sehr. Er erklärt, der neue Anschluss sei im Frühjahr 2015 verfügbar – solange müsste ich eh noch warten bis zu meinem Vertragsende. Er bietet mir an, mich für den Anschluss vormerken zu lassen, bei 5,- EUR pro Monat weniger Kosten im ersten der zwei Jahre Vertragslaufzeit. Plus kostenlose neue Hardware.

Warum also nicht

Wie gesagt, bis zum Frühjahr 2015 muss ich eh noch mit meinem alten Anschluss surfen. Und bislang war ich mit 1&1 auch wirklich zufrieden. Also akzeptiert. Ich nehme meine Kündigung zurück, lasse mich für den neuen Anschluss vormerken. Die Bestätigungs-E-Mail kommt prompt. Und da ich 1&1 ja nun treu bleibe, ziehe ich auch gleich noch meinen Mobilfunkvertrag hierhin um. Dann habe ich alles zentral aus einer Hand.

Ernüchterung

Die erste Ernüchterung stellt sich drei Wochen später ein, als die neue Hardware in Form einer Fritzbox bei mir eintrifft. Es handelt sich um eine Box Baugleich zur Fritzbox 7360. Was soll ich denn damit? Meine aktuelle entspricht der 7390. Ein Anruf bei der Hotline bringt gewisse Klarheit. Meine aktuelle kann alles was für den neuen Anschluss nötig ist und ja, sie kann mehr als die vermeintlich neue im Postkarton. Nein, eine 7490 kann ich nicht für kostenlos bekommen. Schade. Aufkleber aufs Paket und zurück mit dem technischen Rückschritt an den Absender.

Noch nichts

Anfang April 2015. Jetzt wäre mein alter Vertrag offiziell zu Ende. Vom neuen, schnelleren DSL noch keine Spur. Laut der Hotline sei der Ausbau noch nicht vollständig abgeschlossen, es könne noch ein paar Wochen dauern, man gäbe mir sofort Bescheid, wenn es verfügbar ist. Am nächsten Tag gibt es auch diese Info per E-Mail bestätigt.

VDSL ?

Mitte Mai 2015. Nein, der neue Anschluss ist noch nicht da. Stattdessen erreicht eine E-Mail von 1&1 mein Postfach, in der mir 1&1 mitteilt, mein DSL 16.000 Anschluss sei fertig und damit meine Vertragsverlängerung abgeschlossen. Von DSL 50 ist darin keine Rede mehr. Nach mehreren Anrufen bei der Hotline – wie gesagt, einige die dort sitzen haben offensichtlich Null Ahnung – wird mir erklärt, dass ich sehr wohl noch für den DSL 50 vorgemerkt bin, der Ausbau aber immer noch nicht abgeschlossen sei. Ich werde langsam ein wenig ungehalten.

Noch immer nichts

August 2015. Erneute Nachfrage bei der Hotline. Inzwischen ist mein Tonfall nur noch wenig freundlich. Man erklärt mir, die Telekom habe den Ausbau gestoppt. Wann sie ihn fortsetze, sei bislang unklar. Ich mache meinem Unmut lautstark Luft, schließlich war für mich der Erhalt von VDSL 50 zwingende Bedingung für meine Kündigungsrücknahme und Vertragsverlängerung. Die Hotline legt einfach auf.

Telefonterror 🙂

Aber da der Anruf der Hotline mich nichts kostet und ich zeitweise auch im Büro reichlich Zeit habe, rufe ich immer wieder an. Die meisten Gespräche laufen wie das vorherige. Spätestens wenn ich etwas deutlicher werde, legt die Hotline auf. Ich wüsste zu gerne mal, wie diese Gespräche zu Schulungszwecken verwendet werden. Der entsprechenden Aufzeichnung stimme ich zumindest jedes Mal ausdrücklich zu.

Jemand mit Ahnung?

Nach gefühlt 50 Anrufen bei der Hotline, scheine ich endlich mal wen am Telefon zu haben, der Ahnung hat. Er erklärt mir zumindest, dass mir in dieser Situation und auf der Basis dieser Vorgänge selbstverständlich ein Sonderkündigungsrecht zustehe. Die entsprechend zuständige Fachabteilung werde mich in den kommenden Wochen anrufen um diese durchzuführen.

Zeitnah ist anders

Kommende Wochen trifft die Sache. Der entsprechende Anruf erreicht mich, trotz zwischenzeitlicher Nachfragen meinerseits, am 1. Oktober. Zum gefühlt hundertsten Mal schildere ich den ganzen Vorgang. Die Antwort: Das immer noch fehlende VDSL 50 berechtige mich, Versprechen hin oder her, nicht zu einer Sonderkündigung, da ich ja einen funktionierenden 16.000er Anschluss habe.

Verfügbarkeits-Check

Ich habe die Schnauze gestrichen voll, habe aber trotzdem erst mal wichtigeres zu tun. Mitte Oktober habe ich die nötige Zeit. Ich verlege meine Interaktion mit 1&1 von der Hotline auf Einschreiben mit Rückschein. Insbesondere nachdem ich Spaßeshalber auf der 1&1-Webseite mal einen Verfügbarkeits-Check für VDSL 50 für meinen Anschluss gemacht habe, dessen Ergebnis lautet, dass VDSL 50 an meinem Anschluss verfügbar ist.

Telekom

Die Antwort von 1&1 kommt Mitte November. Keineswegs schriftlich, sondern nur in Form eines Anrufes der Hotline. Kein Wort der Entschuldigung. Nur die Auskunft, der Ausbau erfolge nicht durch 1&1 selbst, sondern eben durch die Telekom. Und die habe diesen auf unabsehbare Zeit an meinem Standort eingestellt. Fazit der Ausführungen der Hotline: Pech gehabt.

Ein volles Jahr

16. Dezember 2015. Heute läuft dieser Vorgang genau seit einem Jahr. Ich hab die Schnauze von 1und1 so gestrichen voll, wie sich das kaum jemand vorstellen kann. Und eines ist sicher. Ganz egal, was am Ende dabei raus kommt, mit 1&1 bin ich fertig. Selbst wenn dieser Verein mir einen zehnmal schnelleren Anschluss für lau überlässt.

Nie wieder 1und1

Sobald der Vertrag zu Ende ist, sei es durch Sonderkündigungsrecht oder schlimmstenfalls erst durch reguläres Vertragsende im Dezember 2016, bin ich mit 1&1 durch und die sehen mich nie wieder. Nicht mal, wenn sie der letzte Internetprovider auf dem Planeten sind.

Einfach glücklich

Februar 2016. Ich bin ein wirklich glücklicher Menschen. Nein, den versprochen, schnellen Anschluss von 1und1 habe ich immer noch nicht. Aber ich habe jetzt meinen Anschluss bei unitymedia(2). Und das ohne doppelte Kosten.

Unitymedia

Knapp sechsfach schnellerer Upstream und fast achtmal schneller Downstream. Dazu Telefon und Digital-TV – und dieser Webspace hier, ein Jahr für lau und selbst danach sechs Euronen im Monat billiger, als das Pendant von 1und1.

Endlich Schluss

Der 1und1-Vertrag ist endlich gekündigt, zum 16. Dezember 2016 ist endlich Schluss damit. Bis dahin zahle ich da noch meine Grundgebühr. Sogar mit Freuden. Denn bis dahin zahle ich bei unitymedia gar nichts und hab trotzdem alles schon zur Verfügung.

Gut, wenn der 1und1-Vertrag dann zu Ende ist und unitymedia für mich kostenpflichtig wird, wird mich die ganze Sache rund 10 Euronen im Monat mehr kosten. Aber dafür habe ich ja auch mehr.

Kein leeres Versprechen

28. April 2016. Inzwischen bin ich deutlich beruhigter. Irgendwie hatte ich ja Anfangs doch noch Zweifel an unitymedias Versprechen, dass der Anschluss mit allem drum und dran kostenlos ist, solange der alte Vertrag bei diesem Lügnerverein aus Montabaur noch läuft. Aber inzwischen hatte ich zwei Rechnungen im Postfach und da stand tatsächlich „Zu zahlender Betrag 0,00 €“. Ich bin einfach nur glücklich.

Und ich weiß auch nicht, warum ich mal an unitymedia gezweifelt habe. Zehn Wochen. Kein Ausfall. Keine Störung. Kein Leistungseinbruch.

Das Beste was mir je passiert ist

Dieser Wechsel war das mit Abstand beste, was mir je passiert ist. Und in schwachen Momenten wäre ich fast versucht, 1und1 für diese tolle Erfahrung dankbar zu sein. Bedenke ich dann aber die Nerven, die mich diese truppe letztlich gekostet hat, bis ich mich den Wechsel getraut habe, dann möchte ich mir eigentlich nur noch wünschen, dass auch deren restliche Kundschaft zu einem richtigen Provider wechselt.

Entgegenkommen

Inzwischen haben wir Juni 2016 und ich habe längst alle Hardware von meinem Telefon / DSL-Anschluss abgeklemmt. Und wie es scheint hat auch 1und1 inzwischen gemerkt, dass auf meinem Anschluss nichts mehr los ist. Weder Telefon noch Internet. Und aus welchem Grund auch immer hat sich 1und1 wohl dazu entschlossen, mir entgegen zu kommen.

Schuldgefühle?

Mein Vertrag, der offiziell bis zum 16. Dezember 2016 laufen würde, so wird mir per eMail und später auch per Brief mitgeteilt, ende nun zusammen mit dem Umzug meiner Telefonnummer zu Unitymedia bereits im August 2016. Warum und weshalb nun vier Monate früher, dazu lässt man sich in den Schreiben nicht näher aus und auch die Hotline weiß dazu nichts zu sagen. hat da vielleicht jemand Schuldgefühle bekommen?

Aber das geht mir gelinde gesagt auch mehrspurig am Gluteus maximus vorbei. Hauptsache ich habe jetzt endlich Internet in der Geschwindigkeit die ich brauche.

Links

(1) – https://www.1und1.de/
(2) – https://www.unitymedia.de/

1und1 Logo: Gemeinfrei aus https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1%261_logo.svg

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