Bergmannsheil – Vorgeschichte

Bergmannsheil Bochum

Gute Medizin mit organisatorischen Schwächen

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte beginnt im Februar 2016, wo ich einen kleinen Arbeitsunfall hatte. Etwas zu schnellen Schrittes unterwegs von der Kantine in mein Büro bin ich über die Bordsteinkante am Eingang zu meinem Büro gestolpert und habe mich ein gutes Stündchen vor Feierabend lang hingelegt. Die knappe Stunde bis Schichtende mit ein paar leicht blutenden Abschürfungen und moderaten Schmerzen in der linken Hand und dem linken Knie noch gut überstanden, führte mich mein Weg nach der knappen, halben Stunde Autofahrt unter stetig zunehmenden Schmerzen statt nach Hause direkt in unser örtliches Sana-Krankenhaus.

Formalitäten

Nach den Anmeldeformalitäten und einer kurzen Begutachtung gings zum üblichen Röntgen in zwei Ebenen und anschließend wieder zum Doc in die Ambulanz. Diagnose: Nichts gebrochen, nur kräftig geprellt. Maßnahmen: Ein paar Pflaster auf die blutigen Abschürfungen an der rechten Hand und dem linken Knie plus ein leichter Verband am linken Handgelenk. Fünf Tage AU, dazu die Empfehlung: Kühlen Sie es heute bis die Schwellung weg ist, dann ab morgen ordentlich bewegen, dann ist das schnell wieder gut.

Streng nach Vorschrift

Ich tat was mir aufgetragen war, kühlte das linke Handgelenk den Rest des Tages und versuchte es die nächsten Tage zunehmend zu bewegen und wieder zu belasten. Aber mit jeder Bewegung wurde die Schwellung wieder dicker und der Schmerz nahm zu statt ab. Am vierten  Tag, einem Sonntag, war die Hand kaum noch zu bewegen, die Finger ebenso. Also wieder ins Sana-Krankenhaus in Rade. Der Arzt schaut auf mein geschwollenes Handgelenk und auf die Röntgenbilder, murmelt etwas von “ungewöhnlich” und drückt mir zusammen mit dem Rat es weiter zu kühlen und am Dienstag wieder zu kommen, sofern noch Beschwerden bestehen die nächste AU für zwei Tage in die Hand.

Nicht erfolgreich

Das Kühlen brachte es nicht wirklich, also war ich Dienstag wieder da. Anderer Arzt, aber gleiche Prozedur wie Sonntag. Neue AU für drei Tage, weiterhin kühlen und wenn es Freitag immer noch Probleme macht, wolle er eine CT machen. Schon fast am Ausgang der Ambulanz pfeift er mich zurück. Er habe sich noch mal mit dem Oberarzt beraten und da es ja BGlich sei, wolle er die CT doch lieber direkt machen – na mal gut, dass das ein Arbeitsunfall war und somit BGlich ist. Auf zum CT.

Fehlkonstruktion

Das blöde an so einem CT ist, das Ding ist nicht für Handgelenke gemacht und erst recht nicht dafür, auf dem Bauch darin zu liegen. Es folgen 20 ziemlich unbequeme Minuten. Aber gut, wenns was bringt…

Lohnenswert

Die Assistentin die das Gerät bedient meint am Ende der Prozedur, es habe etwas gebracht. Was will sie mir aber nicht sagen. Nach 20 Minuten des Wartens werde ich in die Ambulanz gerufen. Auf dem Gang vor den Behandlungsräumen stehen fünf Ärzte und diskutieren beim Anblick meiner CT-Bilder darüber, wie denn die einzelnen Knochen im Handgelenk heißen. Ich darf derweil auf der Verbandliege in einem der Räumen Platz nehmen, bis schließlich einer der fünf zu mir kommt und mir erklärt, dass ich mir einen Knochen im Handgelenk gebrochen habe, zu dem man sich in der Diskussion darauf geeignet hat, dass es das Dreiecksbein sei.

Weiteres Procedere

Danach erklärt er mir das weitere Prozedere. Eine Woche Gipsschiene, dann vier Wochen zirkulärer Gips, anschließend Physiotherapie. Er schätzt meine weitere AU auf sieben weitere Wochen. Dann kommt die Gipsschiene dran, in einer Woche soll ich wieder kommen.

Gesagt, getan

Nach einer Woche kommt die Schiene runter und ein zirkulärer Gips drum – zusammen mit der Anweisung, morgen wieder zu kommen. Am nächsten Tag wieder da, wird der Gips gespalten und mit einem Verband neu fixiert. Irgendwie ist er jetzt viel lockerer. Mein Einwand diesbezüglich wird mit einem “das muss so sein” quittiert und ich solle in den kommenden zwei Wochen alle paar Tage wieder rein kommen, zum neu wickeln lassen.

Neu wickeln

Also bin ich zwei Wochen lang alle paar Tage zum neu wickeln hier. Ich bemängle jedes Mal, dass der Verband schnell ausleiert und der Gips mir nach spätestens einem Tag zu viel Bewegungsspielraum lasse und zu lose sitze. Die Schwester nimmt dies zur Kenntnis, einen Arzt sehe ich nicht.

In Ordnung?

Am letzten Tag dieser zwei Wochen schaut dann endlich mal ein Arzt vorbei. Wieder bemerke ich, dass das erst vor zwei Tagen neu gewickelte Konstrukt zu lose sitze, weil die Verbände schnell ausleiern. Er fragt, was ich denn damit meine. Ich ziehe mir den Gips samt drum gewickeltem Verband soweit nach vorn vom Arm, dass meine Finger nicht mehr zu sehen sind. Er sagt dazu nichts, schneidet den Verband auf, nimmt den Gips ab und schaut sich Gips und Handgelenk an. Dann meint er, der Gips sei in Ordnung und wenn er jetzt neu gewickelt sei, bräuchte ich die nächsten zwei Wochen nicht mehr rein zu kommen.

Das Übliche

Meine Frage dazu, ob es für eine so lange Tragezeit ohne Neuwicklung nicht sinnvoll wäre den ganzen Gips mal neu zu machen und anschließend ungespalten zu lassen, beantwortet er mit einem, dies sei unüblich. Die Schwester wickelt das Ding neu und drückt mir danach eine Rolle Peha-soft color in die Hand, mit dem Hinweis, wenn ich meine, er sei zu locker, könne ich ihn mir damit selbst wickeln. Neuer Termin in zwei Wochen.

Anderer Meinung

Nach den zwei Wochen kommt der Gips runter. Meiner eigenen Meinung nach ist da immer noch ne Schwellung im Handgelenk. Der Doc sieht das anders. Er drückt mir die nächste AU in die Hand, zusammen mit einer Verordnung von Krankengymnastik. Die ersten Termin der Krankengymnastik tun wirklich gut. Sanfte Bewegung, ein wenig Knetmasse kneten und dazu ein paar Massagen.

Keine Wohltat

Der drittletzte Termin gestaltet sich rauher. Kräftiges Kneten und anschließendes Biegen der Hand in alle möglichen Richtungen. Zum ersten Mal gehe ich nach der KG mit Schmerzen nach Hause. Am letzten Tag der AU versuche ich mich am Autofahren auf längeren Strecken. Die zwei Minuten Autofahrten zum Einkaufen in den Tagen zuvor haben halbwegs funktioniert, wenn auch mit einem gewissen Maß an Schmerzen. Dieses Mal soll es mein regulärer Arbeitsweg und damit eine Fahrt von einer halben Stunde sein.

Fahrversuche

Nach einem knappen Drittel der Fahrstrecke und rund 10 Minuten muss ich rechts ran fahren. Bei verschiedenen Bewegungen am Lenkrad knackt es im Handgelenk. Die Schmerzen nehmen rapide zu, die Beweglichkeit der Hand in gleichem Maße ab. Die knapp 9 Kilometer, die ich in den knapp 10 Minuten gefahren bin, in einem Schaltwagen einhändig, nur mit Rechts zurück zu fahren, dauert fast eine halbe Stunde. Höchsttempo 30. Schließlich kann nur entweder lenken oder schalten. Die Fahrt führt direkt zum Krankenhaus.

Irritation

Der Arzt zeigt sich ein wenig irritiert von meinen Problemen und dem wieder angeschwollenen Handgelenk. Er einigt sich telefonisch mit dem Oberarzt darauf, dass ein Kontroll-Röntgen keinen Sinn macht, weil der Bruch ja auf dem ersten Röntgen auch nicht zu sehen war. Eine neuerliche CT hält er für übertrieben. Stattdessen drückt er mir eine weitere AU in die Hand, zusammen mit einer Überweisung ins BG-Klinikum Bergmannsheil in Bochum.

Wieder daheim mache ich mir dort telefonisch einen Termin. Eine Woche muss ich warten.

 

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