Bergmannsheil – Der erste Termin

Bergmannsheil Bochum

Gute Medizin mit organisatorischen Schwächen

Der erste Termin

Als ich am ersten Montag im Mai 2016 das erste Mal ambulant im Bergmannsheil in Bochum war, hat sich dieses Klinikum organisatorisch alles andere als mit Ruhm bekleckert. Telefonisch wurde mir im Vorfeld ein fester Termin für 11:00 Uhr gegeben. Aber feste Termine sind dort relativ. Aufgrund meines verletzten Handgelenks nicht in der Lage länger als 10 Minuten Auto zu fahren, mit Bus und Bahn angereist, war ich mit 10:15 Uhr deutlich früher da – zum Glück.

Wozu gibt es hier Termine?

Ein fester Termin heißt hier erst mal gar nicht. Glücklicherweise wusste ich aus dem Bestätigungsschreiben für meinen Termin, in welche Abteilung ich muss und ich kann Pläne lesen. Das ersparte mir ein Warten am Infopoint. Wenn man in die Ambulanz der Chirurgie im Haus 3 kommt, darf man sich, fester Termin hin oder her erst mal eine Nummer ziehen und darauf warten, dass man sich anmelden darf. Die Anmeldung besteht primär darin, dass die Karte eingelesen wird und Aufkleber gedruckt werden. Ein häufiges Problem dabei ist, dass es zwar drei Anmeldeplätze gibt, davon aber meist nur ein oder zwei besetzt sind. So auch an diesem Tag.

Nur ne Nummer

Die um 10:20 Uhr gezogene Nummer war die 92, die aktuell aufgerufene Nummer die 68. 23 Patienten vor mir, bei zunächst nur einem, geöffneten Anmeldeschalter – bei 10 Stühlen im Wartebereich. Zum Glück hab ich’s an der Hand. Um 10:55 Uhr öffnete zum Glück der zweite Anmeldeplatz und um 11:15 Uhr schließlich auch der dritte. So konnte ich mich dann um 11:20 Uhr als zweiter Patient am dritten Anmeldeplatz anmelden.

Ne schnelle Nummer

Schwer zu verstehen, was da bei den anderen so lange gedauert hat. Die Dame nahm den Brief in dem mir der Termin bestätigt worden war, tippte eine Nummer ab, las meine Karte in den Rechner ein und drei Minuten später hatte ich meine Aufkleber und war mit der Anmeldung durch. Na ja, mit der Ersten zumindest.

Anmeldung, die Zweite

Hier fertig, wird man zur zweiten Anmeldung geschickt, der eigentlichen Anmeldung der Ambulanz. Zwei Plätze vorhanden, einer besetzt, wartet man hier noch mal 20 Minuten. Die Anmeldung hier besteht darin, seine Aufkleber abzugeben und gesagt zu bekommen, dass man sich in den Gang vor die Behandlungszimmer setzen und wieder warten soll. Hier ging es recht fix. Nach knapp 30 Minuten wurde ich in ein Behandlungszimmer gerufen, wo der Arzt allerdings auch erst nach weiteren 20 Minuten kam.

Nichts für Fußkranke

Mit einem Termin für 11:00 Uhr war ich also um zwanzig vor Eins endlich dran. Wie gesagt, ich hatte es an der Hand und damit also mit Stehen und Sitzen kein Problem. Ganz im Gegenteil zu anderen Patienten, die mindestens ebenso lange warten mussten. Etwa doppelt so viele, wie es im Gang Stühle gibt.

5 Minuten!

Das Gespräch mit dem Arzt dauerte knapp fünf Minuten, dann wurde ich von diesem zurück zur zweiten Anmeldung geschickt, wo man mir einen Bogen Aufkleber in die Hand drückte und mich in Haus 6 zum Röntgen schickte.

Auf nach „Lennep“

Im Haus 6 ging es dann überraschend fix. Am Anmeldeschalter die Aufkleber abgeben, im Gang drei Minuten warten, dann ab ins Röntgen und das Handgelenk in zwei Ebenen abgelichtet. Toll. Es geht also auch ohne langes Warten. Nach dem Röntgen gab es eine klare Ansage zum weiteren Prozedere: “Gehen Sie zurück in die Ambulanz und nehmen Sie vor dem Behandlungsraum Platz. Der Arzt wird sie Aufrufen, sobald die Bilder übertragen sind”.

Falsche Auskunft

Rückblickend betrachtet hätte die Ansage aber eigentlich lauten müssen: “Gehen Sie zurück in die Ambulanz und melden Sie sich dort erneut an”. Da man mir das aber eben nicht sagte, tat ich, was mir aufgetragen worden war und wartete vor den Behandlungszimmern. Und ich wartete zusammen mit zwei anderen Patienten, die ebenfalls beim Röntgen waren, ziemlich lange.

Wie soll man das wissen

Erst um kurz vor 16:00 Uhr, dem Dienstschluss der Ambulanz, als wir drei die letzten im Gang waren, fragte mal jemand nach, worauf wir warten. Wir durften uns danach anmeckern lassen, dass wir uns hätten erneut anmelden müssen und dass man uns im Haus 6 etwas völlig anderes gesagt hatte, wurde mit einem “Das kann nicht sein, die wissen wie es läuft” abgetan.

Kein Hypochonder 🙂

Nun ja, um 16:00 Uhr war ich dann also als Drittletzter des Tages an der Reihe. Der Oberarzt der Abteilung betrachtete die Röntgenaufnahmen, zeigte mir auf den Aufnahmen einen Knochen, der an der Stelle an der er war nicht hingehöre, meinte etwas von schief zusammen gewachsen und beendete seine Ausführungen damit, dies erkläre meine Beschwerden und bedeute, dass ich mir die Schmerzen zumindest nicht eingebildet hätte.

Noch mal zur Anmeldung

Zur abschließenden Klärung bedürfe es aber eines CTs. Er versuchte die Röntgenabteilung anzurufen um dort einen Termin für ein solches für den nächsten Tag zu machen, erreichte dort aber niemanden mehr. Daraufhin ging er mit mir zusammen zur Anmeldung der Ambulanz, erklärte der Dame dort, sie solle am nächsten Tag für mich einen Termin für mich noch für diese Woche machen und mich dann am nächsten Tag anrufen und mir den Termin mitteilen.

Wer ruft wen an?

Kaum war der Arzt gegangen, meinte die Dame von der Anmeldung, es wäre viel einfacher, wenn ich sie anrufen würde, statt sie mich und wir einigten uns letztlich darauf, dass wenn sie mich bis 09:00 Uhr nicht angerufen hätte, ich sie anrufen solle.

Sie mich nicht

Nein, sie rief mich nicht an. Also rief ich sie um kurz nach neun Uhr an. Nein, sie habe keinen Termin für mich gemacht, das könne ich doch auch selbst machen und sie dann wieder anrufen und ihr den Termin mitteilen. Sie gab mir die Telefonnummer der Anmeldung zum CT und ich rief dort an.

Telefonzentrale

Der frühestmögliche Termin sei nächste Woche Freitag um 12:00 Uhr. Gut. Also rief ich die Anmeldung der Ambulanz wieder an und teilte ihr den Termin mit. Antwort: “Das ist viel zu spät. Der Doktor möchte den Termin noch für diese Woche haben. Sagen Sie denen, dass es BGlich ist”. Bin ich eigentlich hier die Sekretärin der Sekretärin des Arztes, oder was? Aber gut, erneuter Anruf in der Radiologie.

Ist das mein Job?

Ich sage der Frau am Telefon also, das ich ihr von der Ambulanz ausrichten solle, der Oberarzt dort wünsche einen Termin noch für diese Woche und es sei BGlich. Antwort: “Ist mir egal, frühestmöglicher Termin nächste Woche Freitag, 12:00 Uhr”.

BGlich im BG-Klinikum

Ich rufe also wieder die Tante von der Ambulanz an und teile ihr dieses mit. Antwort: “Nein das gehe nicht, ich solle noch mal da anrufen”. Ich lege der Dame nahe doch einfach selbst mal da anzurufen. Antwort: “Na gut, dann nehmen wir den Termin”. Ist die nur zu faul, oder zu blöd für ein Hausinternes Telefonat von Abteilung zu Abteilung? Diese Frage stelle ich ihr nicht, es bleibt bei diesem Termin.

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