Wetter und Klima
Der meist von Westen wehende und vom Atlantik feuchte Luft mitbringende Wind wird auf seinem Weg nach Osten von den Erhebungen des Bergischen Landes erstmal ernsthaft gestaut, was in recht viel Regen resultiert. Weiter ostwärts wird er dann von den Höhenzügen des Sauerlandes erneut und deutlich stärker gestaut, was wiederum oft und viel Regen wie auch Gewitter zur Folge hat, welche dann größtenteils über dem Bergischen Land niedergehen.
Wer hier lebt, kommt damit klar. Der Bergische Mensch hat kein Problem damit wenigstens die Hälfte des Jahres im Regen zu stehen. Sprichwörtlich kommen hier die Kinder eh mit einem Regenschirm in der Hand auf die Welt – dank des hier im Bergischen, genauer gesagt in Solingen, erfundenen Teleskop-Regenschirms „Knirps“, durchaus auch bildlich vorstellbar.
Anders sieht das allerdings bei Besuchern und Touristen aus. Denen fällt hier regelmäßig der Besuch bzw. Urlaub regelrecht ins Wasser.
Allerdings hält in jüngerer Zeit auch hier der Klimawandel Einzug. Während früher die Gefahr von Starkregenfällen und Spätfrost, sowie schneereichen und kalten Wintern insbesondere der Landwirtschaft der Region viel Können abverlangt hat, sind es inzwischen immer öfter lange und sehr heiße Sommer mit teils wochenlanger Trockenheit und hoher Gefahr von Wald- und Graslandbränden.
Brachten noch in den 1980ern die Winter gerne mal eine Meter Schnee, der wochenlang liegen bliebt, gab es in jüngerer Vergangenheit schon Winter, die von kurzen Schneeschauern mit Schnee im Zentimeterbereich, der zumeist nach 5 Tagen wieder weg war, abgesehen, schon Winter, die fast durchgängig grün blieben. Weiße Weihnachten etwa sind von der fast jährlichen Regelmäßigkeit noch in den 1980er Jahren inzwischen zu einem Phänomen geworden, was nur noch alle paar Jahre und mit immer längeren Abständen auftritt.
Entsprechend mangelt es den Wintern auch immer mehr an längeren Frösten. Froren in den 1970ern die Seen noch fast jährlich so dick und lange zu, dass man darauf Schlittschuh laufen konnte, passiert das aktuell nur noch 1–2-mal pro Jahrzehnt.
Flüsse
Wie unter den historischen Grenzen bereits erwähnt, sind die großen Grenzflüsse des Bergischen Landes die Ruhr im Norden, der Rhein im Westen und die Sieg im Süden. Die beiden Hauptflüsse innerhalb des Bergischen Landes sind die Agger im Süden, welche in die Sieg mündet und die vergleichsweise zentral verlaufende Wupper, welche direkt in den Rhein mündet.
Neben diesen Hauptflüssen gibt es noch zahlreiche weitere Flüsse, die in diese Hauptflüsse münden und unzählige Bäche, vor allem in den kleineren Tälern, hier häufig auch „Siepen“ genannt.
Talsperren
Der (frühere) Regenreichtum, der viele Bäche und Flüsse stets viel Wasser führen ließ, führte an vielen Gewässern des Bergischen Landes zum Bau von Talsperren und Stauseen. Unmittelbar dem Bergischen Land zuzurechnen sind 21 Talsperren und Stauseen – das macht das Bergische Land zu einer Region mit einer der weltweit höchsten Talsperrendichte. Die Talsperren und Stauseen im Einzelnen sind:
- Aggertalsperre
- Bevertalsperre
- Biebersteiner Stausee
- Beyenburger Stausee
- Brucher Talsperre
- Diepentaler Talsperre
- Ennepetalsperre
- Eschbachtalsperre
- Genkeltalsperre
- Große Dhünntalsperre
- Heilenbecke Talsperre
- Herbringhauser Talsperre
- Kerspetalsperre
- Lingesetalsperre
- Neyetalsperre
- Panzertalsperre
- Ronsdorfer Talsperre
- Schevelinger Talsperre
- Sengbachtalsperre
- Uelfebad (keine Talsperre im eigentlichen Sinne)
- Wahnbachtalsperre
- Wiehltalsperre
- Wuppertalsperre