Lange hat es gedauert, aber jetzt bin ich endlich frei. Frei von Windows, frei von Microsoft. Statt dieser Bude neben Daten auch noch Geld in den Rachen zu werfen, fahre ich besser damit, meine Daten zu behalten und mein PC-Geld an Open Source Software zu spenden.

Windows seit 2.11

Ich arbeite schon lange mit Computern. Angefangen beim Sinclair ZX-81, anschließend quer durch die Commodore-Familie vom VC-16 über den C64 und C128 bis zum Amiga 500, Abstecher auf den Atari Mega-ST II und den Schneider Joyce, bis hin zum PC. Auf dem PC gab es für mich lange zwei Konstanten. Erstens AMD-CPUs und zweitens Microsoft. Angefangen von MS-DOS 3 und Windows 2.11 über Windows 3.11, die ganze 9x Reihe, NT, XP, 7, 8, 10 und 11. Einzig ME habe ich nie benutzt.
Schon zu Windows 9x-Zeiten habe ich immer mal wieder mit Linux geliebäugelt. Anfangs SuSE, später auch Debian und Knoppix. Aber wirklich begeistert hat es mich damals nicht. Es war lästig, zur Einbindung von Hardware im Kernel herum zu frickeln. Oder man hat mal eine simple Anpassung an der Taskleiste vorgenommen mit der Folge, dass sich das X-System aufgehängt hat und man sich nach dem nächsten Neustart statt auf der grafischen Oberfläche einfach in der Konsole wiederfand und erst mal Stunden darauf verwenden konnte, sein X-System wieder zum Laufen zu bringen um wieder eine grafische Oberfläche zu haben. So endete dann letztlich 2006 mein Experimentieren mit Linux.

Windows war mal o.k.

Windows war an sich ja auch ganz OK. Zumindest bis Windows 7. Ab Windows 8 wurde es zunehmend frustrierend. Um Einstellungen sinnvoll anzupassen brauchte es jeweils mindestens die Pro-Version mit Zugriff auf die Gruppenrichtlinien. Und ab da wurde es auch nicht mehr besser. Windows 8.1 war der totale Reinfall und ab Windows 10 habe ich Linux eine erneute Chance gegeben und zumindest ein Linux Mint als Gastsystem parallel zu Windows installiert, um es kennenzulernen.
Windows 11 war ganz nett zum zocken. Aber als Produktivsystem hat es mehr und mehr frustriert. Also kam Linux Mint erst mal als alleiniges System auf den Laptop. Und da hat es mich mehr und mehr überzeugt. Nach gut einem halben Jahr wurde auf dem Haupt-PC erst mal die Bootreihenfolge geändert. Standardmäßiger Start von Linux Mint statt von Windows 11. Windows war alles in allem nur noch zum zocken da. Na ja und für ein paar liebgewonnene Programme, für die ich Anfangs keinen adäquaten Ersatz unter Linux gefunden habe. Wobei, gefunden habe ich den schon.

Einfach nur zu faul

Aber ich war zu faul, mich in der Bedienung entsprechend umzugewöhnen.
Aber mit den jüngsten Änderungen und Updates in Windows 11 hatte ich dann irgendwann so dermaßen die Schnauze voll von Windows, dass ich es einfach getan und mich selbst zur Umgewöhnung gezwungen habe. Windows weg vom PC. Restlos. Linux Mint als alleiniges System. Und schon bei der Einrichtung hat es mich begeistert. Die Einbindung unterschiedlicher Laufwerke – der PC hatte neben der System-M.2 noch drei separate SSDs für unterschiedliche Anwendungen wie Fotos und Videos – zentral und nahtlos in das Dateisystem, einfach genial. Gleiches gilt für die Einbindung meiner Fido-Sticks, bei deren Verwendung sich Windows immer in den Vordergrund gedrängt hat und als Hauptschlüssel verwendet werden wollte, wodurch sich die Fido-Stick jedes mal nur über zig Klicks erreichen ließen. Unter Linux Mint einfach genial und so wie es eigentlich sein sollte. Stick erkannt, Stick benutzt. So muss das.

Lächerliche zwei Programme

Was mich lange noch unter Windows gehalten hat, war die Verwaltung meiner Fotosammlung mit ACDSee. Das Linux-Pendant digikam empfand ich als kompliziert und überladen. ACDSee erschien so viel einfacher und besser. Aber nun, mich selbst dazu gezwungen, mich mit digikam zu befassen, frage ich mich in einer Tour nur noch, was ich je an ACDSee so toll fand. Digikam ist so viel mächtiger und auch besser strukturiert. Man muss sich halt nur erst mal darauf einlassen. Und das nicht nur bei digikam. Inzwischen fanden sich alle unter Windows einst so lieb gewonnenen Programme Alternativen unter Linux oder aber Linux-taugliche Versionen davon. Ein einziges Programm bildet die Ausnahme. Aber auch dafür fand sich eine Lösung: Windows 11 mit diesem einen Programm in einer virtuellen Maschine unter Linux. Ich brauche das Programm eh nur zweimal im Monat. Und diese beiden Male funktioniert es auch so.

Zocken ...

Und selbst das Zocken ist unter Linux kein Problem. Steam läuft auch unter Linux und die meisten Spiele, die ich so spiele, funktionieren auf diesem Wege nativ.Für ein paar wenige, bei denen das nicht der Fall ist, ist die Lösung aber auch kein Hexenwerk. Gut, man muss da schon ein bisschen frickeln. Aber letztlich funktioniert es. Und ich finde es ehrlich gesagt gar nicht schlecht, bei der Computerbenutzung mal wieder ein wenig denken zu müssen, statt Microsoft für sein bunt-verspieltes Windows, indem man sich alles gedankenlos zusammen klicken kann, Geld und meine Daten in den Rachen zu werfen.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: Mich von Microsoft und Windows zu verabschieden, ist das Beste, was ich in den letzten Jahren getan habe. Ich bin endlich frei und echt glücklich damit.

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