Ich kann's nicht mehr hören

Moin. Der Kollegen- und Freundeskreis diskutiert nach den letzten Medienberichten zu entsprechenden Angriffen mal wieder über Messer - nicht zuletzt auch immer wieder mit mir, weil ich nun mal fast immer ein Taschenmesser bei mir trage, am Gürtel oder, wie der Name ja schon sagt, in der Tasche. Und das wird sich bei mir auch niemals ändern. Denn das Problem der aktuellen Messergewalt hierzulande sind nicht die Messer.

Zu meiner Einschulung, 1977, im zarten Alter von sechs Jahren, hat mir mein Opa mein erstes Taschenmesser geschenkt. Vom damaligen Tag an, hatte ich das fast ausnahmslos jeden Tag bei mir und das nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Schule. Seit den damaligen Tagen hat mir dieses - und die später mal neu gekauften Taschenmesser - jede Menge gute Dienste als Werkzeug getan. Vom Schneiden von Wurst über das Schmieren von Brötchen, dem Sägen kleiner Äste im Wald und dem Schnitzen solcher und das Öffnen von Briefen und Paketen und das Lösen oder Festziehen von Schrauben, etc. Es vergeht fast kaum ein Tag, an dem ich es nicht für irgendwas brauche.

Eine Frage der Erziehung

Nur eines habe ich mit dem Messer noch nie getan: Ich habe es noch nie gegen ein Lebewesen eingesetzt. Während der Schulzeit und speziell während der Jugend bin ich in manche Prügelei geraten. Und trotz meiner Größe und Kraft, habe ich da hin und wieder auch mal den Kürzeren gezogen und mir ne blutige Nase geholt. Aber ich bin nie, nicht ein einziges Mal, auf die Idee gekommen oder auch nur in Versuchung geraten, an meinen Gürtel oder in meine Tasche zu greifen, das Messer zu zücken, aufzuklappen und zuzustechen. Selbst wenn es für mich mal eng wurde, hatte ich kein Problem damit, statt des Zückens des Messers einfach die Beine in die Hand zu nehmen. Warum?

Weil ich so erzogen worden bin. Na ja, überhaupt bin ich erzogen worden. Heute ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Die meisten Eltern wollen ja heutzutage mit ihren eigenen Kindern nichts mehr zu tun haben. Wahrscheinlich würden die meisten sie am liebsten direkt in der Kita gebären und direkt dort lassen. Zum Pennen dürfen sie nach Hause kommen. Idealerweise sollen sie dann aber die Klappe halten und eben nur pennen. Erziehung? Das sollen die mal schön in der personell oft unterbesetzten und oft mangelhaft qualifizierten Kita machen. Dafür bezahlt man die ja.

Man kann es in der heutigen Zeit von Eltern ja absolut nicht mehr erwarten, auf einen Urlaub zu verzichten oder die Anschaffung eines neuen Autos zwei Jahre aufzuschieben, um das Geld zu haben, dass die Mutter daheim bleiben oder zumindest nur in Teilzeit arbeiten und das eigene Kind daheim, wenigstens die ersten vier Jahre selbst erziehen kann. Mutterschaft und Kindeserziehung machen sich ja auch nicht sonderlich gut in einer Bewerbung, wenn es nicht gerade um eine Stelle in einer Kita geht. Ist klar.

Rückständig?¿

Gott, was waren meine Eltern doch rückständig, ging mein Vater doch mehr arbeiten, damit sie es leiten konnten, dass meine Mutter fünf Jahre nicht arbeiten musste und mich selbst erziehen konnte, bis ich ein Jahr vor der Einschulung dem Kindergarten überantwortet wurde, wo ich abgesehen von den ersten drei Wochen, jeden Tag allein hin und zurück gelatscht bin. Wahrscheinlich haben sich meine Eltern auch für damals fünf Jahre altes Auto geschämt und mich deshalb nie damit zur Schule gefahren, sondern mich einfach selbst latschen oder Sommers mit dem Rad fahren lassen.

[Sarkasmus (schreib ich besser mal dazu)]Und doch trage ich seit über 45 Jahren jeden Tag ein Taschenmesser bei mir und habe damit noch nie jemand abgestochen. Scheint, meine Eltern haben bei meiner Erziehung auf der ganzen Linie versagt, was?[/Sarkasmus]

Integration?¿

Von den ganzen Zugewanderten, die scheints immer besonders schnell zu ihrem Messer greifen, fange ich besser erst gar nicht an zu reden. Wenn sie nach drei Jahren hier, zumindest gebrochenes Deutsch sprechen, feiert sich unsere Politik ja schon für eine gelungene Integration. Ganz toll.

Es scheint ja auch so eine typisch deutsche Eigenheit zu sein, sich vor dem Urlaub, während dem man sich nur zwei oder drei Wochen in einem fremden Land aufhalten will, mit den dort geltenden Gesetzen, Regeln und Gepflogenheiten vertraut zu machen. Das kann man von jemand, der hier nach Deutschland kommt, um dauerhaft hier zu leben, natürlich nicht erwarten. Außerdem kann man ja eine Menge Geld sparen, wenn man ihm das im Rahmen seiner Integration nicht vermitteln muss.

Lang der Rede...

Lang der Rede, kurz der Sinn. Erzieht Eure Kinder mal vernünftig, statt sie ihre gesamte Kindheit in der Kita zu parken und integriert die Zuwanderer mal vernünftig, statt sie Jahre in heruntergekommenen Sammelunterkünften zu parken. Dann müsst ihr auch die Menschen, die quasi schon aus Tradition, ständig ein Taschenmesser dabei und noch nie als Waffe eingesetzt haben, nicht unter den Generalverdacht stellen, kriminell und potentiell gewalttätig zu sein.

Davon mal ab: Wer, wie etwa diese sich als Fußballfans ausgebenden Schläger mit dem Vorsatz aus dem Haus geht, heute jemand mit einem Messer oder einer anderen Waffe schwer zu verletzen, der wird sich einen Schei** darum kümmern, dass Ihr ihm das Messer oder seine Waffe verbietet.