Banken und Sparkassen

Banken, tja, die gibt es im Dorf nicht mehr viele. Ja im Dorf. Denn Stadt kann man das hier trotz der 22.000 Einwohner kaum nennen. Den Anfang hat die Postbank gemacht. Vor rund 20 Jahren hat sie sich hier verpisst. Wer da Kunde ist, und das sind erschreckend viele ältere Menschen, der findet die nächste Filiale mit Geldautomat runde 23km Luftlinie entfernt. Wer keine Filiale mit Beratung sucht, ist inzwischen bei fast 30km Luftlinie angelangt, Tendenz steigend.

Nach der Postbank verschwand dann auch die Post aus dem Dorf. Ersetzt wurde sie durch „Zweigstellen“ in anderen Läden, einem Schreibwarengeschäft und einer Lotto-Annahmestelle. Die beiden Dienstleister bemühen sich redlich den Kunden die Postdienste anzubieten, bilden sich weiter, kennen die Tarife und helfen den Menschen. Die anderen „Niederlassungen“ haben eher Paket-Shop Charakter. Pakete abholen geht da halbwegs. Aber wehe man will mal eines versenden, was man nicht schon vorfrankiert hat und für dessen Frankierung man nun auf die Kompetenz der Mitarbeiter angewiesen ist. Prost-Mahlzeit. Die haben ja zum Teil nicht mal die richtigen Formulare, geschweige denn die passenden Paketaufkleber im Haus.

Deutsche Bank

Als nächstes hat sich die Deutsche Bank hier verpisst. Von der existierten danach hier wenigstens noch ein Geldautomat und ein SB-Terminal, nur über eine Treppe erreichbar, versteht sich. Inzwischen sind aber auch diese Möglichkeiten der Nutzung Geschichte. Vor gut drei Jahren verpisste sich dann auch die Commerzbank. Erst mit der Filiale, ein knappes Jahr später auch mit den Geldautomaten und Sb-Terminals, welche, wie könnte es anders sein, auch nur über Treppen erreichbar waren.

Am Ort verblieben sind bislang eine Raiffeisen- und eine Volksbank sowie eine Sparkasse. Aber auch da wird der Service immer dünner. Zumindest aber erreicht mal alle drei ohne Treppenstufen. Besetzte Schalter, eine Seltenheit. Immer mehr werden Kunden nur noch an SB-Terminals verwiesen. Lediglich die Sparkasse muss mindestens einen Schalter offenhalten, denn da werden Sparkonten noch als echte Sparbücher geführt, die bei jeder Buchung in einen uralten 24-Nadeldrucker eingeführt werden müssen, der laut ratternd alle Kontobewegungen aufs Papier druckt. Geld kriegt man von seinen Sparbüchern schon lang nicht mehr am Schalter. Das wird jetzt auf die EC-Karte gebucht, mit der man sich das im Vorraum aus einem Automaten ziehen muss.

Und an den tollen SB-Terminals vor denen regelmäßig ältere Menschen stehen, mit einem Gesichtsausdruck, wie eine Kuh, wenn es donnert, haut die Drecks-EU jetzt noch einen obendrauf. Die elend lange, oft kaum vernünftig lesbare, weil viel zu klein und ohne Unterbrechungen gedruckte IBAN reicht nicht mehr. Nein, man muss jetzt auch noch den Empfängernamen Buchstabengetreu abtippen, inkl. diverser Sonderzeichen, genauso kryptisch, wie sich manche Firma nennt.

SB-Zeugs

Na ja, und diese tollen SB-Terminal sind auch nicht billig. In Spitzenzeiten hatte die Sparkasse mal acht besetzte Schalter für ihre Kunden, heute hat sie noch zwei SB-Terminals, an denen junge technikafine Menschen ständig ungeduldig herumquengeln, wenn der ältere Herr für den das Ding wie ein Teil aus dem nächsten Jahrhundert wirkt, damit nicht klarkommt und was länger braucht. Bemerkenswert, dass jungen Menschen diese Dinger überhaupt benutzen wollen. Angeblich können sie das alles doch sowohl über den heimischen PC als auch ihr Smartphone machen. Scheint, sie trauen diesem Mist selbst nicht über den Weg, den Mist, den sie alten Menschen zur Benutzung nahelegen, wenn es ihnen mal wieder nicht schnell genug geht.

Geldautomaten stellt die Sparkasse ihren Kunden drei in der Filiale zur Verfügung, von denen zwei zu benutzen eine echte Qual ist, sind sie doch anscheinend für Kinder konzipiert. Wer über 1,70m groß ist, muss an den niedrigen Dingern in die Hocke gehen, um sinnvoll an die Tasten zu kommen. Und der einzige, noch auf Normalhöhe existierende Automat ist auch gleichzeitig der, der am häufigsten gestört ist und nicht zur Verfügung steht. Und natürlich kann niemand der bei der Sparkasse noch arbeitet die Störungen beheben. Dafür muss jedes Mal ein „Techniker“ von auswärts anrücken.