Die Aggertalsperre ist eine hauptsächlich dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der Brauchwasserentnahme für die Energiegewinnung, sowie Freizeitaktivitäten genutzte Talsperre des Aggerverbandes. Sie liegt zwischen Gummersbach im Westen, Bergneustadt im Süden und Meinerzhagen im Norden auf den Stadtgebieten von Gummersbach und Bergneustadt.

Geschichte

Die Aggertalsperre wurde zwischen 1927 und 1928 in einer Bauzeit von rund zwei Jahren durch die 1923 zum Zwecke des Baus dieser Talsperre gegründeten Aggertalsperrengenossenschaft zum damaligen Preis von rund 10,7 Mio. Reichsmark (heute etwa 67 Mio. Euro entsprechend) gebaut.

Während des Baus der Gussbetonmauer kam es am 10. Oktober 1928 zu einem tödlichen Unfall als der Gießausleger eines der beiden für den Betonguss gebauten Gießtürme abriss und vier Arbeiter von den herabstürzenden Trümmern erschlagen wurden. Dieser vier Arbeiter wird seither mit einer Gedenktafel am Fuß der Staumauer gedacht.Blick eine gewölbte Bruchsteinmauer hinauf zu einer darüberführenden Straße

Der Probestau der Aggertalsperre wurde am 24. Dezember 1928 begonnen, musste aber aufgrund von bestehenden Undichtigkeiten abgebrochen werden. Nach Abschluss von weiteren Abdichtungsarbeiten wurde am 18. Oktober 1929 erneut mit dem Einstau begonnen.

In den Jahren 1957-1958 fand eine erste Sanierung der Aggertalsperre statt. Dabei wurde vor allem der Untergrund verpresst und das Tosbecken von Grundablass und Überlauf neugestaltet.

1966/67 wurde Aggertalsperre erneut einer Sanierung unterzogen und dabei wasserseitig eine rund 55 cm starke Asphaltbeton-Vorsatzwand als zusätzliche Abdichtung eingebaut und die Fahrbahn auf der Mauerkrone erweitert.

Zwischen 1985 und 1986 erfolgte eine weitere Sanierung der Aggertalsperre, bei der die Grundablassleitung erneuert wurde.

Eine weitere Sanierung fand in den Jahren 2001-2002 statt. Hier wurde die Mauerkrone ebenso runderneuert, wie die Asphaltbeton-Vorsatzwand.

Im Jahr 2020 schließlich wurde die rund 400 Meter unterhalb der Talsperre gelegene Wasserkraftanlage grundlegend erneuert.

Technische Daten

Das Absperrbauwerk der Aggertalsperre bildet eine leicht Bogenförmige Gewichtsmauer aus Gussbeton mit einer nachgerüsteten, wasserseitigen Asphaltbeton-Vorsatzmauer. Die Mauer misst am Fuß eine Breite vom 35 Metern und an der Krone eine Breite von 11,5 Meter, wovon mittig 6 Meter auf die über die Mauer führende Landstraße L 337 entfallen. Die restliche Breite entfällt auf zwei Betonleitplanken als Absturzschutz für die Landstraße und zwei Fußgängerwege.

Die Höher der Mauer beträgt von der Sohle bis zur Krone 45 Meter. Das Stauziel der Aggertalsperre liegt knappe 4 Meter unter der Mauerkrone auf einer Höhe von 284,40 Metern über NN. Auf Stauziel angestaut beinhaltet die Aggertalsperre 17,057 Mio. Kubikmeter Wasser. Der mittlere Jahresabfluss aus der Aggertalsperre beträgt rund 37 Mio. Kubikmeter.

Den Überlauf oberhalb des Stauziels bilden neun jeweils vier Meter breite, in die Mauer integrierte Überfälle, durch die, gemessen im Tosbecken am Mauerfuß, 54 Kubikmeter Wasser pro Sekunden überlaufen können.

Die Ablasseinrichtungen der Aggertalsperre bestehen in 2 Grundablassleitungen von je 1 Meter Durchmesser, welche wasserseitig mit einer Schütztafel und luftseitig mit einer Drosselklappe und einem Ringschieber verschlossen bzw. gesteuert werden können.In einem Linksbogen verläuft die Staumauer der Aggertalsperre zwischen Bäumen hindurch

Ferner existieren zwei Trinkwasserentnahmeleitungen von je 0,5 Metern Durchmesser, sowie eine mit Schütztafel, Drosselklappe und Kugelschieber verschließ- bzw. steuerbare Kraftwasserentnahmeleitung von 1,7 Metern Durchmesser zur Speisung des unterhalb der Talsperre befindlichen, zusammen mit der Talsperre gebauten Wasserkraftwerks, welches mit seiner Hochdruck-Francis-Turbine von 2000 kW Leistung und der etwas tiefer installierten Niederdruck-Kaplan-Turbine von 255 kW Leistung jährlich 2,5 GWh Strom erzeugt.

Das Einzugsgebiet der Aggertalsperre umfasst 40,5 Quadratkilometer. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt hier 1250 mm. Im Vollstau umfasst die Wasseroberfläche der Aggertalsperre eine Fläche von 1,4 Quadratkilometern.

 

Geografische Lage

Die Aggertalsperre liegt rund 5 km nordöstlich des Zentrums von Gummerbach und rund 2,5 km nordwestlich des Zentrums von Bergneustadt im Tal der Agger. Die Staumauer befindet sich unterhalb der Mündung der beiden weiteren Hauptzuflüsse Genkel, welcher seit den 1950er Jahren oberhalb der Aggertalsperre in der eigenen Genkeltalsperre zur Trinkwassernutzung aufgestaut ist und Rengse mit deren Tälern, welche den linken und rechten Seitenarm der Aggertalsperre bilden, zwischen der Landstraße L 323 im Norden und der im Süden über die Staumauer führenden Landstraße L 337.

Die geografischen Koordinaten der Staumauer der Aggertalsperre sind:
Straße „Sperrmauer“, L 337, 51647 Gummersbach
51.036152 N, 7.632343 E
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