Nutzung
Die Hauptnutzungen der Aggertalsperre liegen im Hochwasserschutz des weiteren Verlaufs der Agger, der Niedrigwasseraufhöhung der Agger, gemeinsam mit der später in die Agger mündenden Wiehl (Wiehltalsperre), der Sieg in welche die Agger mündet und schließlich des Rheins, in welchen Sieg nur einige hundert Meter unterhalb der Aggermündung mündet. Ferner wird die Aggertalsperre zur Stromerzeugung mittels zweier gleichzeitig mitgebauter Wasserkraftwerke genutzt.
Darüber hinaus war die Aggertalsperre von Anfang an auch ein Freizeitgewässer.
Freizeit
in den 1930er Jahren existierte auf der Aggertalsperre mal eine Personenschifffahrt. Inzwischen wird sie hauptsächlich von Segel- und Paddelbooten befahren, zum Angeln, Baden und Tauchen genutzt, bietet an einigen Uferbereichen Möglichkeiten zum Camping und kann auf einem umfangreichen Wegenetz bewandert werden.
Angeln
Die Aggertalsperre wird zusammen mit dem Deitenbacher-Vorstau und dem Regnse-Vorstau seit ihrem Bestehen vom 1928 gegründeten Angelsportverein Oberberg e.V. hinsichtlich der Fischerei gepflegt und befischt.
Hauptfischarten in der Talsperre sind Aal, Barsch, Hecht, Schleie, Bach- und Regenbogenforelle sowie verschiedene Weißfischarten.
Informationen zu Gastkarten erhalten Interessenten beim Angelsportverein Oberberg e.V. und bei Angelsport Ottinger in Gummersbach.
Baden
Generell kann an der Aggertalsperre zwar vom Ufer gebadet werden – mit Ausnahme eines 50 Meter Bereichs unmittelbar vor der Staumauer. Aber im Interesse der eigenen Sicherheit sollte man sich mit dem Baden dennoch auf die offiziellen Badestellen am Campingplatz Lantenbach mit Wachstation der DLRG, sowie im Naturfreibad „Bruch“ beschränken.
Naturfreibad Bruch
Am Vorbecken 13
51647 Gummersbach
Wie andere Talsperren auch, hat die Aggertalsperre keine homogene Uferstruktur. Je nach Uferstelle und Wasserstand kann das augenscheinlich flache Ufer plötzlich steil, teils sogar senkrecht abfallen. Zudem können sich auch hier durch den Talsperrenbetrieb, wie das Öffnen und Schließen der Ablassorgane, plötzliche Strömungen ergeben, die einem davon überraschten Schwimmer durchaus zum Verhängnis werden können, etwa weil sie durch das Aufwirbeln kalten Tiefenwassers zu Krämpfen führen können.
Wer dennoch außerhalb der offiziellen Badestellen ins Wasser geht, baden oder Schwimmen will, sollte im eigenen Interesse eine Schwimmweste tragen. Moderne Feststoff-Rettungswesten kosten nicht die Welt, sind schon lange nicht mehr chronisch hässlich und retten Leben.
Nicht ortskundige Besucher der Aggertalsperre tun zudem gut daran, sich vor einem Baden außerhalb der offiziellen Badestellen bei der DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt über die Aggertalsperre zu informieren.
Generelle Informationen zur Badegewässerqualität können beim Oberbergischen Kreis online abgerufen werden, welcher die Wasserqualität an den Badestellen der Aggertalsperre laufend überwacht.
Boote
Die Aggertalsperre darf mit Booten befahren werden. Hauptsächlich geeignet ist sie hierbei für, auch aufblasbare, Ruder- und Paddelboote, Kanus, Kajaks und das SUP. Ferner kann die Aggertalsperre auch besegelt werden, siehe unten. Befahren werden kann mit diesen der Agger- und der Rengsearm der Talsperre jeweils bis zu den Vorstaubecken und der Genkelarm bis zum Vordamm an der L 323.
Zur Nutzung von Booten ist ein Erlaubnisschein erforderlich, der auf dem Campingplatz Lantenbach gegen eine Gebühr erworben werden kann.
Die Preise für Paddel-, Falt- und Ruderboote, aufblasbare Boote und Badeinseln für jeweils max. 3 Personen sowie für Standup-Paddling-Boards /SUP) betragen (Stand 2025):
Tagesschein 3,- EUR
Wochenschein 6,- EUR
Monatsschein 10,- EUR
Jahresschein 16,- EUR
Wer kein eigenes Boot hat, hat die Möglichkeit auf dem Campingplatz Lantenbach verschiedene Bootstypen unterschiedlicher Größen, einschließlich Tretbooten bis 4 Personen zu mieten.
Camping
Das Camping mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt ist auf dem Freizeitcamp Aggertalsperre an der Aggertalsperre möglich. Der kleine, aber feine Campingplatz bietet seinen Gästen Stellplätze mit Stromanschluss, Sanitäranlagen, Waschmaschine und Trockner, einen überdachten Grillplatz, selbstverständlich einen Kinderspielplatz und eine Gaststätte. Ferner besteht die Möglichkeit hier Boote und SUP zu mieten. Für Camper mit Zelt bietet der Platz einen Zeltplatz direkt am Wasser und mit Lagerfeuerstellen.
Da der Campingplatz vergleichsweise klein ist, muss ein Stell- oder Zeltplatz vorab reserviert werden.
Darüber hinaus befindet sich an der Aggertalsperre noch der Jugendzeltplatz Aggertal, der sich vor allen Jugendgruppen richtet, aber auch von Einzelgästen auch tageweise genutzt werden kann.
Drohnen
Der Aggerverband ist Betreiber Kritischer Infrastrukturen gemäß BSI-Gesetz und BSI-Kritische-Infrastrukturen-Verordnung. Zum Schutz seiner Anlagen, der Persönlichkeitsrechte seiner Mitarbeiter sowie des Datenschutzes ist der Betrieb von Drohnen auf allen Anlagen des Aggerverbandes (Talsperren, Staubecken, Wasserwerke, Trinkwasserspeicher, Kläranlagen, Abwasserbehandlungsanlagen etc.) verboten.
Unabhängig von den örtlich ausgewiesenen Flugverbotszonen untersagt der Aggerverband als privater Grundstückseigentümer und Betreiber der Anlagen und Einrichtungen ausdrücklich den Betrieb von Drohnen sowie die Anfertigung und Verbreitung von Foto- und Videoaufnahmen.
Grillen
Grillen ist an der Aggertalsperre nur auf dem Campingplatz sowie dem Jugendzeltplatz möglich. Ansonsten besteht an den Ufern ein Verbot für offene Feuer und somit auch für das Grillen. An Teilen des Ufers besteht darüber hinaus auch ein Rauchverbot.
Hunde
Hunde können gerne mit an die Talsperre gebracht werden. Auf den Wegen entlang und rund um die Aggertalsperre, insbesondere den Wegen durch die Wälder sind sie allerdings an der Leine zu führen.
Baden und Schwimmen dürfen Hunde vom Ufer aus auch unangeleint, sofern andere Ufergäste dabei nicht gestört werden. Auf mitgebrachten Booten, siehe oben, dürfen auch Hunde mit aufs Wasser genommen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Hunde auch mit auf die mietbaren Boote des Campingplatzes Lantenbach mitzunehmen – einzige Ausnahme bilden die Tretboote.
Inliner
Das Inliner-Fahren ist im Bereich der Aggertalsperre bedingt möglich. Bedingt deshalb, weil die meisten Uferwege an der Ost- und der Nordseite der Talsperre nicht durchgängig befestigt sind, sondern zumeist eher in verdichteten Feldwegen bestehen.
Über die Staumauer und entlang der Westseite der Talsperre existieren zwar Wege, die von der Oberfläche her durchaus für Inliner geeignet sind. Allerdings bestehen diese Wege in Form eines gemeinsamen Rad- und Fußweges entlang der Landstraße L 323. Und dieser ist zumindest an den Wochenenden bei gutem Wetter von Fußgängern und Radfahrern recht stark frequentiert.
Unter der Woche, zumindest außerhalb der Hauptferienzeit, in den frühen Morgen- und den frühen Abendstunden eignet sich dieser Weg deutlich besser fürs Inlinern.
Radfahren / MTB
Bei trockenem Wetter eignet sich die Aggertalsperre recht gut zum Radfahren. An der Westseite verläuft mit der Landstraße L 323 eine gut ausgebaute Straße, die auch in weiten Teilen über einen gemeinsamen und Rad- und Fußweg verfügt. An der Ostseite bildet ein verdichteter Feldweg zumindest bei trockenem Wetter ebenfalls einen guten Weg zum Radeln. Er führt von der Staumauer aus den Rengser Arm entlang nach Norden, überquert den Damm der Vorstauanlage Rengserbach, entfernt sich dann aber deutlich vom Wasser und führt über die Ortschaft Niederrengse und die dortige Landstraße L 322 bei Lieberhausen zurück auf die Landstraße L 323.
Zwischen dem Vorstaubecken Rengse und dem Wanderparkplatz „Höh“ geht er allerdings in einen unbefestigten Weg über. Hier sollte man wenigstens über ein Treckingrad verfügen. Für einen reines Citybike ist dieser Abschnitt eher weniger geeignet.
Generell gilt für den gesamten Weg, dass hier insbesondere an Wochenenden und bei gutem Wetter zahlreiche Fußgänger und Wanderer unterwegs sind und eine rücksichtsvolle Fahrweise erfordern.
Segeln
Die Aggertalsperre darf mit Segelbooten bis zu einer maximalen Länge von 8,3 Metern und einer maximalen Segelfläche von 26 Quadratmetern befahren werden. Voraussetzungen für das Besegeln der Aggertalsperre sind ein Sportbootführerschein und der Erwerb eines Erlaubnisscheines. Letzterer kann auf dem Campingplatz Lantenbach erworben werden und kostet Stand 2025:
Tagesschein 4,- EUR
Wochenschein 8,- EUR
Monatsschein 16,- EUR
Jahresschein 26,- EUR
Motoren dürfen auf der Aggertalsperre nicht verwendet werden. Elektromotoren sind nur für gemeldete Segelboote mit festem Liegeplatz an der Aggertalsperre, innerhalb enger Regelungen zulässig.
Nähere Informationen zur Aggertalsperre als Segelrevier und auch zu Möglichkeiten des Slippens können beim „Segel-Club Aggersee e.V. in Gummersbach-Lantenbach“ (SCAL) eingeholt werden, welcher auch Gastsegler aufnimmt und Regatten ausrichtet.
Surfen
Das Surfen ist auf der Aggertalsperre verboten.
Tauchen
Die Betauchung der Aggertalsperre wird durch den Tauchsportverband NRW geregelt, welcher auch das Tauchgebiet an der Talsperre unterhalt. Die Regeltauchzeiten sind, vorbehaltlich eines ausreichenden Wasserstands der Aggertalsperre, sonn- und feiertags zwischen 10 und 16 Uhr, beginnend am 01.04. und endend am 30.10. eines Jahres. Die Freigabe von Tauchgängen außerhalb dieser Zeiten wird vom Tauchsportverband NRW auf Anfrage gesondert geregelt.
Im Tauchgebiet der Aggertalsperre finden sich folgende Sehenswürdigkeiten unter Wasser: Ein durchtauchbarer Brückenbogen, die überstaute Brecheranlage eines früheren Steinbruchs, zahlreiche Bruchsteinmauern alter Gebäude, diverse Felswände.
Ein Tauchen außerhalb des Tauchgebietes, insbesondere ein Tauchen nach der Staumauer, ist verboten. Ausgenommen von der Tauchgebietsregelung sind lediglich Ausbildungstauchgänge der DLRG Ortsgruppe Gummersbach.
Wandern
Einen wirklichen Rundwanderweg um die Aggertalsperre kenne ich bislang nicht, zumindest keinen offiziellen. Aber es gibt dennoch einige Wanderwege mit Bezug zur Aggertalsperre. Diese gehen nicht rund um die Aggertalsperre, führen aber mehr oder minder lange an ihrem Ufer entlang an ihr vorbei.
Die für mich persönlich schönsten dieser Wege sind dabei:
· Der Bergische Streifzüge Energieweg, der mit gut 12 km Länge den Rengser Arm entlang nach Lieberhausen und in einer Schleife zum Vorstau des Rengser Baches zurück auf den Startweg führt.
· Der Weg Von der Rengser Mühle zur Aggertalsperre, welcher in einer großen Schleife um den Bruchberg, entlang des Ostufers des Hauptarmes und des Nordufers des Rengser Armes mit die längste Strecke der Wege entlang des Ufers führt und gute 10 km lang ist.
· Die knapp 8 km lange Rundwanderung zum Unnenbergturm und der Genkeltalsperre, der an der Aggertalsperre lediglich seinen Anfang nimmt und dann nordwärts entlang der nahen Genkeltalsperre und vorbei am Aussichtsturm „Unnenberg“ auf rund 8 km zurück zum Ausgangsparkplatz an der Aggertalsperre zurück führt.
· Der Wanderweg „Auf und ab bei Gummersbach“, beginnen am Bahnhof im Zentrum von Gummersbach und dann mit mehreren An- und Abstiegen von jeweils rund 100 Höhenmetern zur Aggertalsperre, über deren Staumauer und dann zurück zum Bahnhof führt.
Allen diesen Wanderwegen gemein ist, dass mittleren Anspruches sind und in mehr oder minder großen Teilen nur über semi-befestigte Wege führen und damit nur für Wanderer geeignet sind, welche gut zu Fuß sind.
Für eingeschränkte Personen bleibt eigentlich nur der Spaziergang entlang des Westufers des Genkeler Armes und der L 337 über deren Bürgersteig. Dort hat man zwar den einen oder anderen Schönen Blick auf die Wasserfläche der Aggertalsperre. Aber da die L 337 auch an Wochenenden stark befahren ist, ist ein Spaziergang entlang ihres Bürgersteiges in etwa so erholsam, wie eine Spaziergang durch die Stadt zur Hauptverkehrszeit. Leider.