Nutzung
Die primäre Nutzung der Wuppertalsperre ist der Hochwasserschutz der Wupper. Das Bemessungshochwasser der Wuppertalsperre liegt bei einem Zufluss von 318 Kubikmetern pro Sekunde. Weitere primäre Nutzungen sind die Niedrigwasseraufhöhung der Wupper, sowie die Stromerzeugung mit einem, von Anfang an, in den Damm integrierten Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 2,4 Megawatt. In den Jahren 2021/2022 entstand dann noch eine weitere Wasserkraftanlage an der zweiten Grundablassleitung.
Sekundär dient die Wuppertalsperre verschiedenen Naherholungs- und Freizeitaktivitäten, die ich im Folgenden gerne etwas näher vorstellen möchte.
Freizeit
Die Freizeitaktivitäten, die durch die Wuppertalsperre und ihre Vorsperren geschaffen wurden, sind recht vielfältig. Und zwar:
Angeln
Die Wuppertalsperre bietet verschiedene Möglichkeiten der Fischerei, wobei das Angeln auf die Hauptsperre und die Wupper-Vorsperre bei Hückeswagen beschränkt sind. In den übrigen Vorsperren darf nicht geangelt werden. Das Angeln an der Wuppertalsperre kann sowohl vom Ufer als auch vom Boot (nur Jahreskarteninhaber) aus erfolgen.
Zielfischarten für das Angeln in der Wuppertalsperre sind Aal, Barsch, Döbel, Hecht, Karpfen, Regenbogenforelle, Schleie, Waller, Weißfische und Zander.
Die Preise für die Angelkarten belaufen sich derzeit auf:
- Tageskarte: 13,- Euro inkl. MwSt. (inklusive 3,- Euro Pfand für die Fangliste)
- Jahreskarte: 103,- Euro zuzüglich. MwSt. (inklusive 3,- Euro Pfand für die Fangliste)
- Jahresplakette fürs Anglerboot (nur Jahreskarteninhaber): 23,- Euro zuzüglich. MwSt.
Erhältlich sind die Angelkarten zum Beispiel bei Angelsport Möller, Wuppertal.
Baden
Generell sind an der Wuppertalsperre das Baden und Schwimmen überall vom Ufer aus möglich. Aber außerhalb der Freizeitanlagen an der Wuppertalsperre, kann das Baden und Schwimmen durchaus gefährlich sein.
Mit dem Anstau der Wuppertalsperre wurden mehrere Ortschaften, Bauwerke und Industrieanlagen, sowie mehrere Steinbrüche überflutet, deren Reste sich je nach Wasserstand Dicht unter der Oberfläche befinden können. So liegen zum Beispiel im Hauptarm westlich der Ortschaft Radevormwald-Honsberg und nördlich der Kräwinklerbrücke teils noch große Felsen los am Ufer verstreut.
Springen vom Ufer sollte man daher nur an den Stellen tun, an denen man beim jeweils aktuellen Wasserstand mit Sicherheit weiß, dass dieses dort sicher ist. Am besten ist grundsätzlich, vorher vorsichtig ins Wasser zu gehen, ggf. vorsichtig zu tauchen und sich zu vergewissern, dass das Ufer an dieser Stelle fürs Springen sicher ist.
Von einer der beiden großen Brücken, Kräwinklerbrücke (L412) und der Krebsöger Brücke (B229) zu springen, ist generell eine blöde Idee, da lebensgefährlich. Die Ufer fallen im Bereich der Brücken nicht gleichmäßig ab, zahlreiche überflutete Bauwerke befinden sich genau im Bereich der beiden Brücken und die Wuppertalsperre wird mit Booten befahren, die von der Brücke aus nicht zu sehen sind.
Dazu hat eine Talsperre nun mal einen variablen Wasserstand, wodurch sich die Fallhöhe und die Wassertiefe ständig ändern.
Springen von den Brücken ist lebensgefährlich!
Boote
Die Wuppertalsperre darf mit verschiedenen Booten befahren werden. Dazu zählen Schlauchboote, Ruderboote, Kanu, Kajak, aber auch Segelboote. Hinzu kommen die Motorboote, die jedoch nur vom Wupperverband als Betreiber, der DLRG und der Segelschule benutzt werden dürfen. Ansonsten ist das Befahren der Wuppertalsperre mit Motorbooten verboten.
Voraussetzung für die Nutzung der Wuppertalsperre mit Booten ist eine gültige Tages-, Wochen- oder Saisonplakette, welche an verschiedenen Stellen an der Wuppertalsperre gekauft werden können.
Die Preise liegen für Schlauch-, Ruder- und Paddelboote ohne Besegelung bei
- Tagesplakette: 3,- Euro
- Wochenplakette: 7,- Euro
- Saisonplakette: 30,- Euro
Erhältlich sind die Plaketten unter anderem an der Wassersport- und Freizeitpark Kräwinklerbrücke.
Drohnen
Ein Sonderfall sind Drohnen, welche sich ja zunehmend großer Beliebtheit erfreuen. Grundsätzlich gilt es für Drohnen erst mal „Die neue Drohnenverordnung“ des Bundesministeriums für Verkehr zu beachten; insbesondere was eine ggf. vorliegende Registrierungspflicht und die Versicherungspflicht angeht.
Darüber hinaus hat der Wupperverband als Eigentümer der „geografischen Gebiete“, welche seine Einrichtungen und Talsperren umfassen, eigene Regelungen aufgestellt.
Diese regeln an Brauchwassertalsperren wie der Wuppertalsperre insbesondere, dass von den Betriebseinrichtungen und Badestellen der Talsperre keine Fotos / Videos erstellt werden dürfen und ferner die individuellen Persönlichkeitsrechte der Besucher und Badegäste an der Talsperre zu beachten sind. Ferner findet sich dort der Hinweis, dass nicht alle Flächen an der Talsperre vom Wupperverband selbst bewirtschaftet werden und somit etwa für Überflüge über die DLRG-Station oder die Campingplätze, eine Genehmigung von deren Betreibern gesondert einzuholen ist.
Entsprechende Genehmigungen müssen schriftlich erteilt sein und zusammen mit anderen relevanten Unterlagen, wie der Registrierung und des Versicherungsnachweises stets mitgeführt werden.
- Die neue Drohnenverordnung PDF
- EU-Regelungen für Drohnen
- Digitale Plattform für Unbemannte Luftfahrt
- Wupperverband, Drohnen
Eislaufen
Eislaufen auf einer Talsperre, nicht nur der der Wuppertalsperre, ist eine ganz dumme Idee, denn es ist lebensgefährlich und von daher grundsätzlich verboten. Talsperren haben von Natur aus einen variablen Wasserstand. Auch im Winter. Von daher kann sich auf ihnen keine stabile Eisfläche bilden.
Durch das ständige Steigen und Sinken des Wasserstandes, oft unmerklich da nur im Zentimeterbereich, bricht die Eisdecke auf einer Talsperre ständig auseinander und friert bei entsprechenden Minusgraden an den Bruchstellen zwar rasch, aber nur oberflächlich wieder zusammen.
Insbesondere bei darauf liegendem Schnee mag die Eisfläche auf einer Talsperre stabil aussehen, aber sie ist es eben nicht. Sie ist ein immer wieder aufbrechendes und neu zusammen frierendes Sammelsurium einzelner Schollen, so ähnlich wie Packeis.
Leider sieht man im Winter immer wieder chronisch lernresistente Intelligenzallergiker auf den Talsperren der Region herumlaufen und so passieren immer wieder schlimme Unfälle. Im Winter ist keine DLRG am Gewässer. Eine alarmierte Feuerwehr hat durch das winterliche Wetter teils erhebliche Schwierigkeiten bei der Anfahrt und aufgrund der Brüchigkeit des Eises gestaltet sich eine Rettung recht schwierig. Gleichzeitig ist eiskaltes Wasser binnen Minuten tödlich, insbesondere wenn man unter das Eis gerät. Nur absolute Idioten betreten die Eisfläche auf einer Talsperre oder lassen ihren Hund aufs Eis.
Das Betreten zugefrorener Talsperren ist lebensgefährlich!
Hunde
Hunde dürfen selbstverständlich mit zur Wuppertalsperre. Die Wälder und Wanderwege sind öffentlicher Raum, so wie auch andere Wälder. Es gelten die gleichen Bestimmungen und Grundsätze. Generell sollten Hunde auf den Wanderwegen an die Leine genommen werden. Schließlich weiß man nie, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet, und andere Nutzer können ja durchaus auch Angst vor Hunden haben.
Was das Baden für Hunde angeht, so gilt im Bereich der Badestellen ein generelles Hundeverbot. Außerhalb der Badestellen dürfen Hunde (mit) ins Wasser. Allerdings sollte auch hier die Rücksichtnahme auf andere Gäste selbstverständlich sein.
Inliner
Das Inlinerfahren ist an der Wuppertalsperre an verschiedenen Stellen möglich. Zum Beispiel am bzw. auf dem Hauptdamm, sowie der Straße am dortigen Westufer. Generell ist diese Straße für den übrigen Verkehr gesperrt. Allerdings verkehren auf dieser Straße Linienbusse.
Eine weitere Möglichkeit besteht am Ostufer der Wupper-Vorsperre in Hückeswagen. Dieser Teil des Rundweges um die Vorsperre ist asphaltiert. Allerdings wird dieser Weg auch von vielen Wanderern genutzt. Hier ist also Rücksichtnahme erforderlich.
Radfahren (auch MTB)
Radfahren ist rund um die Wuppertalsperre möglich. Allerdings empfiehlt sich hierfür mindestens ein Treckingrad, da die meisten Wege nicht asphaltiert sind. Da die gleichen Wege aber auch von Wanderern, Spaziergängern und Hundebesitzern genutzt werden, sollte hier vorsichtig gefahren werden.
Vom Hohenfuhrplatz (Rathaus) in Radevormwald aus, führt mit dem R1 ein ausgeschilderter, rund 21km langer Radweg den Mittelteil der Wuppertalsperre an deren Westufer entlang.
Eine Karte mit weiteren Radwegen entlang der Wuppertalsperre hat der Wupperverband zusammen mit dem Sauerländischen Gebirgsverein erstellt. Diese ist für 2,50 Euro bei Bergischer Verlag erhältlich.
Segeln
Aufgrund ihrer gewundenen Form ist die Wuppertalsperre ein interessantes Segelrevier. Speziell kleinere Jollen sind für die Wuppertalsperre interessant. An der Wassersport- und Freizeitanlage Kräwinklerbrücke gibt es mit zwei sanft ins Wasser führenden, ehemaligen Straßen gute Möglichkeiten, kleinere Jollen von Hand zu slippen. Eine weitere Möglichkeit, ebenfalls in Form einer früheren Straße besteht bei der Ortschaft Radevormwald-Heidersteg.
Mangels eines geeigneten Slipweges bzw. eines Bootskranes, ist die Wuppertalsperre für größere Jollen wie KZV oder gar Dickschiffe eher ungeeignet. Außerdem sind möglicher Unterwasser-Hindernisse auf der Wuppertalsperre nicht oder zumindest nur zum Teil gekennzeichnet, was sie für Boote mit Festkiel ebenfalls ungeeignet macht.
An Jollen sind für die Wuppertalsperre vor allem Größenklassen wie Laser, O-Jolle, 420er, 470er und SZV interessant. Optimisten würde ich persönlich nur im Bereich der Wassersport- und Freizeitanlage Kräwinklerbrücke empfehlen, wo sich auch die DLRG-Station befindet.
Nähere Informationen sind beim Freizeitpark Kräwi zu bekommen.
Tauchen
Tauchen in der Wuppertalsperre erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Teils wohl auch wegen der Objekte, Gebäude- und Gebäudereste die mit dem Anstau der Talsperre überflutet wurden. Dazu zählt unter anderem ein voll erhaltenes Viadukt mit drei durchtauchbaren Bögen.
Die Sichtweite in der Wuppertalsperre schwankt allerdings gewaltig und kann, insbesondere wenn sich nach starken Stürmen oder Regenfällen viele Schwebstoffe im freien Wasser befinden, auch mal auf unter einen halben Meter sinken.
Am besten vorab informieren, zum Beispiel bei Tauchen und Freizeit wo es auch die entsprechenden Tauchlizenzen zu kaufen gibt.
Wandern
Zum Wandern bietet die Wuppertalsperre vielfältige Möglichkeiten. Von kurzen Wegen, zum Beispiel rund um die Vorsperren, über den rund 24km langen Rundwanderweg um die Wuppertalsperre bis hin zu Bezirks- und Regionalwanderwegen, wie dem Residenzweg oder dem preisgekrönten Wald-Wasser-Wolle-Wander-Weg von Radevormwald, die nur teilweise am Ufer der Wuppertalsperre entlangführen.
Infos zu den einzelnen Wanderwegen gibt es unter anderem bei Ich geh wandern, Wuppertalsperre.